Wie gefällt Dir Dein Job? Freust Du Dich jeden Tag, an die Arbeit zu gehen? Bist Du motiviert Dein Bestes zu geben? Fühlst Du Dich als ein Teil vom Team? Vertraust Du Deinem Vorgesetzten? Fühlst Du Dich respektiert und wertgeschätzt? Ich glaube Du weisst, worauf ich mit dieser Fragestellung hinaus möchte. Und wie sieht diese Fragestellung aus Sicht Deines Pferdes aus in Bezug auf eure Zusammenarbeit?
Arbeit – ja, aber nicht zu jedem Preis
Autorin: Marina Parris, Pferd als Partner GmbH (Artikel zuerst erschienen in der PASSION)
Wie gefällt Dir Dein Job? Freust Du Dich jeden Tag, an die Arbeit zu gehen? Bist Du motiviert, Dein Bestes zu geben? Fühlst Du Dich als ein Teil vom Team? Vertraust Du Deinem Vorgesetzten? Fühlst Du Dich respektiert und wertgeschätzt? Wie läuft die Kommunikation zwischen euch?
Ich glaube Du weisst, worauf ich mit dieser Fragestellung hinaus möchte. Ich bin auch sicher, Du könntest mir zu jeder Frage eine klare Antwort geben.
Wie sieht diese Fragestellung aus Sicht Deines Pferdes aus in Bezug auf eure Zusammenarbeit? Hier bin ich mir sicher, dass es mir auch zu jeder Frage eine klare Antwort geben könnte, wenn ich euch beiden «bei der Arbeit» zuschauen würde.
Das Wohl des Pferdes
Ich glaube Pferde sind nicht abgeneigt, mit dem Menschen etwas zu machen, solange sie sich dabei sicher und wohl fühlen, was an ihrer Körperspannung und ihrem Ausdruck leicht zu erkennen ist. Nicht nur während der «Arbeit», sondern während dem ganzen Pferdeleben, muss das Wohl des Pferdes (körperlich, emotional, mental und seelisch) an erster Stelle stehen. Die Würde des Pferdes als Lebewesen darf nie ausser Acht gelassen werden.
Ich habe sehr grosse Mühe damit, wenn man bewusst Schaden in Kauf nimmt, z.B. den seelischen Schaden bei Mutter und Fohlen, wenn man Fohlen frühzeitig von der Stute nimmt und sie auf eine Fohlenweide bringt. Jeder weiss, dass eine natürliche Trennung in der Natur bei ca. 10 Monaten stattfindet und dabei bleiben Fohlen in der gleichen Familie und wachsen mit dem Nachwuchs auf. Fohlen, die für den Sport gezüchtet werden, bleiben 6 Monate, bzw. bis zur Fohlenschau, bei ihrer Mutter. Dort wird entschieden, ob sie danach auf einer Fohlenweide oder im Schlachthof landen.
Wie stehen wir eigentlich als Gesellschaft da, dass so eine Praxis in der Schweiz als «normal» gilt und keine Reaktion in uns als Mensch auslöst?
Wo bleibt das Mitgefühl, die Fürsorge und letztlich die Verantwortung für das Wohlbefinden eines Lebewesens in unserer Obhut?
Pferde brauchen uns nicht
Ich bin der Meinung, Pferde sind nicht geboren, um ausschliesslich dem Menschen zu dienen. Sie brauchen uns nicht. Es ist eher, dass wir sie brauchen, um unsere Ziele zu erreichen – ob sie bei freier Wahl diese Ziele anstreben, sei dahingestellt.
Wir können aber die Zusammenarbeit mit unseren Pferden so gestalten, dass sie von sich aus bereit sind, den Weg mit uns zu gehen. Es kann für sie eine Chance sein, sich auf eine andere Art zu entwickeln.
Ob wir pferdegerecht mit unseren Pferden «arbeiten», zeigt sich u.a. in der Gesundheit unseres Pferdes. Wenn unser Pferd auf irgendeine Art immer behandelt werden oder Medikamente nehmen muss, es eine chronische Krankheit entwickelt, oder es frühzeitig pensioniert werden muss, sollten die Alarmglocken klingen. Ich weiss von einem 10-jährigen Rennpferd, das kaputt geritten worden ist und bin mir sicher, dies ist kein Einzelfall. Der Tierarzt hat empfohlen, es einzuschläfern.
Die Lebenserwartung eines Pferdes ist ca. 30 Jahre. Ich kenne sogar ein Sportpferd, das 37 Jahre alt ist. Es ist also möglich, auf eine Art und Weise mit Pferden zu «arbeiten», sodass sie im hohen Alter noch gesund sind.
Noch etwas in Bezug auf Arbeit. Bist Du Dir bewusst, wie Du über die Zeit mit Deinem Pferd sprichst? Oft ist es Arbeit, nur weil es im Kopf so ist, und Du dementsprechend so darüber sprichst – ich muss zu meinem Pferd, ich muss mein Pferd bewegen, ich muss mein Pferd longieren, usw. Gehst Du mit diesem Gefühl in den Stall, dann ist die Zeit mit Deinem Pferd schon im Voraus mit einem schweren Pflichtgefühl verbunden und wird vom Pferd als solches wahrgenommen.
Wenn Dein Herz spricht
Wenn Du mit Freude in den Stall gehst, Freude hast, Dein Pferd zu sehen, neugierig bist, was ihr heute an der Arbeit oder Freizeit zusammen erleben dürft, schaffst Du schon im Voraus eine ganz tolle Basis für eure Zusammenarbeit.
Wie Du Dich nämlich im Herzen fühlst, bzw. Dein emotionaler Zustand, wirkt sich wesentlich stärker auf die nonverbale Kommunikation mit Deinem Pferd aus, als die meisten von uns bisher ahnten. Dies wegen dem Magnetfeld Deines Herzens. Die elektrische Komponente dieses Feldes ist etwa 60-mal stärker als die des Gehirns, die magnetische sogar bis zu 5000-mal und kann noch mehrere Meter vom einem Körper entfernt gemessen werden. Mit anderen Worten, wenn Kopf und Herz nicht im Einklang sind, wird Dein Pferd in erster Linie Deine Gefühle im Herz wahrnehmen und drauf reagieren, unabhängig von Körpersprache oder anderen Faktoren.
Freizeit
Steht bei Dir nach einer langen Woche Zeit für Entspannung und Nichtstun auf dem Programm?
So könnte die Freizeit mit Deinem Pferd auch aussehen. Frei von Erwartungen, frei von Zeitdruck, einfach etwas machen, woran Mensch und Pferd Freude haben.
Eigentlich könnte man «Freizeit» auch täglich vor oder nach der Arbeit einbauen. Freizeit stärkt die Verbindung zu Deinem Pferd. Sie dient auch, das Geben-Nehmen im Gleichgewicht zu halten. Wir freuen uns auch mehr auf jemanden, der einfach auf einen Kaffee vorbeikommt, statt jemand, der nur sich meldet, wenn er etwas möchte.
Schlusswort
Versetze Dich mal in Dein Pferd – egal ob Arbeit oder Freizeit – mit was für einem Menschen möchtest Du Deine Zeit verbringen?
Marina Parris, Pferd als Partner GmbH
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