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	<title>Ausrüstung | Passion 4my.horse</title>
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	<title>Ausrüstung | Passion 4my.horse</title>
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		<title>Hackamore</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Passion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2025 13:48:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
		<category><![CDATA[Reitmagazin]]></category>
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					<description><![CDATA[Gebisslose Zäumungen sind für viele Reitenden ein wichtiges Thema. Entsprechend gross ist die Auswahl an Zäumungen und gerade für Einsteiger oftmals ein Buch mit sieben Siegeln. Vor allem der Einsatz der Hackamore ist mit Vorurteilen und mangelnden Kenntnissen behaftet.]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>Gedankenanstösse zur Mensch-Pferd-Beziehung</h1>
<p><em><strong>Erschienen im PASSION 01/21 von Ruth Herrmann</strong></em></p>
<p><strong><em>Was für eine Beziehung pflegen Sie zu Ihrem Pferd? Sind Sie Freund, Chef, Spielkamerad, Teammitglied? Als Mensch fehlen uns essentielle Fähigkeiten, die „Leitposition“ in einer Pferdeherde zu übernehmen. Daher ist es wohl besser ein verlässlicher Mensch und Trainer zu sein, statt zu versuchen ein unzureichendes Pferd zu werden. Denn gute Beziehungen mit Bindung und Vertrauen machen vor Speziesgrenzen keinen Halt.</em></strong>Optimale Pferd-Mensch-Beziehungen werden von einigen Trainern beispielsweise als „Mini-Herde“ beschrieben, oder es wird darauf hingewiesen man müsse die „Alpha-Position“ innehaben. Das Konzept der «Leitstute» wird auch gerne bemüht. Allen diesen Bildern ist gemeinsam, dass sie sich nicht wirklich an der kritischen Wissenschaft orientieren, sondern stark vereinfachte Konzepte (-&gt;Gehirn und Denken) als Grundlage haben.</p>
<p>Das ist einer der Gründe, weshalb die ISES (International Society for Equitation Science) – eine internationale Gesellschaft von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen, welche sich mit den vielen diversen Fragen der Reiterei auseinandersetzen, – diese Praktik in ihrem Positionspapier „über den Gebrauch/Missbrauch von Leadership und Dominanzkonzepten im Pferdetraining“ kritisiert. Das soziale Zusammenleben von wildlebenden Pferden ist differenzierter. Weder ist der Haremshengst der uneingeschränkte Chef der Gruppe, noch gibt es eine Leitstute, welche kraft ihrer Weisheit die Herde anführt. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel der individuellen Gruppenmitglieder.</p>
<h3 style="font-weight: 400;">Der Mensch ist niemals Pferd</h3>
<p>In Pferdeherden findet kaum etwas davon statt, was Mensch-Pferd Interaktionen von in Gefangenschaft gehaltenen Tieren ausmacht: Pferde stellen keine Wände und Zäune auf, bringen einander kein Futter, Pflegen keine Hufe, Putzen keine unangenehmen Stellen, ganz zu schweigen von dem, was wir mit Pferden alles so machen.</p>
<p>Man ist sich in der Biologie ziemlich einig, dass Menschen keine Pferde sind und deshalb auch nicht Teil einer Herde sein können. Und ich wage zu behaupten, dass kein Pferd uns als Artgenosse wahrnimmt, dafür sind wir schlicht und einfach zu schlechte Pferde.</p>
<p>Wollen wir die Mensch-Pferd-Beziehung genauer analysieren und uns darüber Gedanken machen, erfordert das einerseits eine möglichst unvoreingenommene Betrachtung des Pferdes, die Anerkennung seiner Eigenständigkeit, seiner artspezifischen und individuellen Bedürfnisse und der Weise wie es diese Bedürfnisse äussert. Andererseits müssen wir uns über uns selber Gedanken machen. Wie denken wir über diese Beziehung? Wie handeln wir und wie sprechen wir im Alltag darüber? Als Menschen passiert es uns häufig, dass wir vermenschlichen. Vermenschlichung  (=Anthropomorphismus) bedeutet, dass man Tieren oder Dingen menschliche Eigenschaften zuschreibt. Somit wird das Tier oder Ding zur Projektionsfläche. Gegenüber Pferden findet das in vielfältiger Weise statt, kann harmlos sein, aber auch problematische Züge annehmen:</p>
<p>Flehmen wird oft als Lachen gesehen, obwohl es mit dem menschlichen Lachen nichts zu tun hat. Es dient der Wahrnehmung von Pheromonen.</p>
<p>Ist ein Pferd „beleidigt“, das sich von uns abwendet? Es kann sich nicht dazu äussern, vielleicht ist es verwirrt oder ängstlich oder nicht motiviert?</p>
<p>Ist mein Pferd mein Freund? Oder gar mein Seelenverwandter? Mit einer solchen Einstellung wird dem Pferd seine Eigenständigkeit abgesprochen. Das ist übergriffig, weil das Pferd dazu herhalten muss, Abbild der menschlichen Befindlichkeit zu sein.</p>
<p>Ein Pferd scheut an einer bestimmten Stelle mehrfach. Reagiere ich anfangs noch geduldig, werde ich mit der Zeit ärgerlich. Ich finde, das Pferd dürfe nun keine Angst mehr haben. Kann man Angst verbieten? Hilft es dem Ängstlichen, wenn das Gegenüber ärgerlich wird oder gar zu Gewalt greift? Oder vergrössert das die Angst? Ist es der Fehler des Pferdes oder stosse ich mit meiner Kompetenzen als Trainerin und Reiterin an Grenzen?</p>
<p>Will uns ein Pferd veräppeln, indem es nicht tut was wir möchten? Solche Winkelgedanken sind sehr menschlich. Ist es wirklich fair und sinnvoll, dem Pferd schlechte Absichten zu unterstellen? Ich drehe den Spiess mal um: Wie fühlt es sich als Schülerin an, wenn die Lehrerin mir misstrauisch und rechthaberisch begegnet? Und wie wenn sie mir verständnisvoll erklärt, was die Aufgabe ist?</p>
<p>Dieses letzte Beispiel könnte man auch als eine nützliche Form der Vermenschlichung bezeichnen. Ich versuche mich in mein Gegenüber zu versetzen und nachzuempfinden, wie es ihm geht. Das fördert die Empathie, welche eine Grundlage für gutes Training ist.</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3 style="font-weight: 400;">Entwicklung von Mensch und Pferd</h3>
<p>Wie alle anderen Haustiere (darunter versteht man in der Biologie auch alle landwirtschaftlichen Nutztiere, also auch Rinder, Schafe, Schweine usw.) und auch wir Menschen sind Pferde soziale Tiere und haben die Fähigkeit, soziale Beziehungen über die Speziesgrenze hinweg zu etablieren. Menschliche und nicht-menschliche Tiere verschiedener Spezies können lernen sich zu verständigen und gegenseitiges Vertrauen (-&gt; Vertrauen) zu gewinnen.</p>
<p>Pferde sind domestizierte Tiere, d.h. Menschen haben vor ca. 6000 Jahren damit begonnen, Pferde zu züchten. Funde belegen, dass Interieureigenschaften dabei eine wichtige Rolle spielten. Es wurden besonders zahme Tiere verpaart. Die Trainierbarkeit der gezüchteten Pferde wurde mit den zunehmenden Aufgaben, welche diese zu erledigen hatten, immer wichtiger.</p>
<p>Tiere, die wenig Aggressions- und Fluchtverhalten zeigen, sind einfacher zu trainieren. Sie sind lernfähiger, weil sie sich schneller an Neues gewöhnen. Weil Pferde für verschiedene Arbeiten genutzt werden, ist eine gute Assoziationsfähigkeit – also rasch und zuverlässig zu lernen, welches Verhalten in welcher Situation gewünscht ist, – ebenso wichtig. In den letzten etwas mehr als hundert Jahren wurden diese Lernformen von verschiedenen Forschern entdeckt und beschrieben. Sie werden in der Lerntheorie als klassische und operante Konditionierung bezeichnet. Die operante Konditionierung wird auch als Lernen durch Versuch und Irrtum oder Lernen durch Erfolg und Misserfolg bezeichnet. Durch Erfolg wird Verhalten belohnt, durch Misserfolg bestraft.</p>
<p>Bei guten Trainern kann man beobachten, dass Pferde sehr schnell schon auf feine Zeichen reagieren, sie lernen durch klassische Konditionierung, dass das feine Zeichen mit einer bestimmten Reaktion im Zusammenhang steht. Die klassische Konditionierung beinhaltet aber auch die Verbindung zur Gefühlswelt. Wird ein Pferd im Training verwirrt oder grob behandelt, so verbindet es diese Gefühle mit dem Training der Aufgabe oder schlimmstenfalls mit dem Training ganz allgemein. Es wird nervös, ängstlich oder aggressiv und wie wir Menschen auch, lernt es unter Stress viel schlechter. Dauert dieser Zustand lange an, kann es stumpf und abgelöscht werden.</p>
<h3 style="font-weight: 400;">Dominanz versus Lerntheorie</h3>
<p>Weil Dominanzkonzepte die Haltung fördern, dass ich als Mensch mein Pferd dominieren, also unterordnen muss, wird grobem Umgang und Bestrafung Vorschub geleistet. Das macht diese Konzepte problematisch. Wird das Pferd als aufmüpfig, frech oder dominant wahrgenommen, muss man es in seine Schranken weisen. Die Einstellung dem Pferd gegenüber wird so von negativen Gefühlen geprägt. Das wirkt sich auf das menschliche Verhalten gegenüber dem Pferd aus. Die meisten neigen dann zu vermehrter Anwendung von Strafe (-&gt; Strafe). Problematisch ist der Fokus auf das unerwünschte Verhalten, da erwünschtes Verhalten ignoriert und übersehen und damit nicht mehr belohnt wird.</p>
<p>Prof. Paul McGreevy von der Universität Sydney hat viele erfolgreiche Tiertrainer besucht und beobachtet. Er stellte in seinen Untersuchungen fest, dass allen zwei Eigenschaften gemeinsam sind: ein grosses Wissen über das natürliche Verhalten und die Bedürfnisse ihrer Tierspezies und eine sehr konsequente Anwendung der Erkenntnisse der Lerntheorie. Das bedeutet nicht zwingend, dass sie in einer Prüfung über Lerntheorie gut abschneiden würden, vielleicht haben sie in dieser Form noch gar nie davon gehört. Aber das was sie tun, lässt sich mit den Erkenntnissen, welche in der Lerntheorie zusammengefasst sind, belegbar erklären.</p>
<p>Die Lerntheorie ist keine Ausbildungsmethode, es sind Erkenntnisse darüber, wie Lernen und Training funktioniert. Sie zu kennen, hilft das Training zu verbessern, unabhängig vom Reitstiel oder von dem was ein Pferd lernen soll. Ziel ist immer ein sicheres, schonendes und ethisches (-&gt;Ethik) Training.</p>
<p>Die Reiterei stellt zusätzliche Ansprüche an Pferd und Mensch. Die Pferde müssen lernen, sich mit dem zusätzlichen Reitergewicht auszubalancieren. In informiertem und umsichtigem Training erklären wir dem Pferd die dafür nötigen Zeichen und trainieren notwendige Muskeln. Als Reiterinnen und Reiter gilt unser Bemühen, eine möglichst wenig störende Traglast zu werden und unserem Pferd die Balance zu ermöglichen. Körperliche und geistige Losgelassenheit entsteht nie durch Zwang.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img alt="" loading="lazy" alt="" decoding="async" width="900" height="600" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2025/01/Vertrauen_900.jpg" alt="" title="Vertrauen_900" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2025/01/Vertrauen_900.jpg 900w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2025/01/Vertrauen_900-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 900px, 100vw" class="wp-image-4406028" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Gehirn und Denken</h2>
<p>Der gesamte Bauplan von Menschen und Säugetieren ist grundsätzlich gleich, Menschen sind Säugetiere. Auch die Gehirne sind prinzipiell gleich aufgebaut, unterscheiden sich aber in teilweise wesentlichen Details. Wie alles am biologischen Bauplan hat es sich in Jahrmillionen entwickelt und den Bedürfnissen der Spezies angepasst. Das Gehirn benötigt sehr viel Energie, es ist das „teuerste“ Organ. Es ist für das wirklich nötige ausgestattet und enthält keinen Luxus. Deshalb denken Pferde wie herdenlebende Fluchttiere, deren Futter so ziemlich überall wächst. Wir Menschen haben deutlich grössere Gehirne. Insbesondere die Hirnrinde im Stirnbereich ist viel stärker ausgebildet und sie dient beispielsweise dem Vorstellungsvermögen, der Planung und der Impulskontrolle. Diese Fähigkeiten sind essentiell für einen guten Trainer, eine gute Trainerin!</p>
<p>Weil Denken aber anstrengend ist, gibt es im Gehirn diverse Sparfunktionen. Eine ist die Gewohnheit, eine andere das Kategorisieren, was man als „Schubladendenken“ bezeichnen kann. Wir alle wissen, dass es anstrengend ist, Gewohnheiten zu ändern und bequeme Denkmuster und Kategorien aufzubrechen. Deshalb halten sich auch in der Pferdewelt längst widerlegte Vorurteile hartnäckig und deshalb schreibe ich diesen Artikel. </span></p>
<h3 style="font-weight: 400;">Verständigung</h3>
<p>Grundlage einer guten Pferd-Mensch-Beziehung ist eine erfolgreiche Verständigung beider Spezies. Ich verwende absichtlich nicht das Wort „Sprache“, denn die Sprache mit der wir uns unterhalten und mit der ich diesen Artikel schreibe ist ein menschliches Phänomen – Pferdezeitschriften werden nicht von Pferden gelesen. Auch im Tierreich existieren Formen von abstrakten Zeichensystemen und kommunikativen Handlungen die gewisse Eigenschaften mit der menschlichen Sprache teilen. Von Pferdesprache zu sprechen, birgt aber viele Gefahren der Vermenschlichung (-&gt; Haupttext). Deshalb spreche ich lieber von Verständigung zwischen Mensch und Pferd. </span></p>
<h3 style="font-weight: 400;">Bestrafung</h3>
<p>Bestrafung im menschlichen Sinne hat immer auch eine moralische Komponente, es wird jemand für ein Fehlverhalten gemassregelt. Das hat auch mit der menschlichen Psychologie zu tun. Jemanden zurecht zu weisen, also zu bestrafen ist für Menschen belohnend – in ihrem Belohnungszentrum im Gehirn wird der Belohnungsbotenstoff Dopamin ausgeschüttet. Dies haben Forscher in verschiedenen Studien herausgefunden. In einem Spiel nehmen viele sogar einen Verlust in Kauf, wenn sie ihren Spielpartner für einen Regelbruch bestrafen können. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die Durchsetzung sozialer Regeln in menschlichen Gesellschaften für den Zusammenhalt wichtig ist. Im Tiertraining und auch im coachen von Menschen ist aber Fehler sehen und bestrafen alles andere als hilfreich. Mit einer negativen Einstellung gegenüber dem Coachingpartner, sei es ein Pferd oder Mensch, gelingt es kaum, diesen sinnvoll zu fördern und bei der  Weiterentwicklung zu unterstützen. Deshalb müssen wir den Fokus ändern und uns auf das konzentrieren, was wir erreichen möchten und in kleinen Schritten darauf hin arbeiten. Hierfür braucht es Vorstellungsvermögen, Planung und Impulskontrolle (-&gt;Gehirn und Denken).</span></p>
<h3 style="font-weight: 400;">Vertrauen</h3>
<p>Braucht man diesen Begriff, wissen irgendwie alle was gemeint ist. Und doch ist es nicht ganz einfach ihn zu definieren und es gibt unterschiedliche Ansichten von Mensch zu Mensch. Deshalb ist es wertvoll und wichtig, zwischendurch darüber nachzudenken und das Gegenüber auch mal zu fragen, was es mit diesem oder anderen Begriffen genau meint. Vertrauen beinhaltet ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit in eine Situation oder gegenüber jemand anderem, das kann ein Mensch oder Tier sein. Fühle ich mich ruhig und sicher, spricht man auch von Selbstvertrauen. Forscher aus der Psychologie haben untersucht, wie Vertrauen bei Tieren und Menschen entsteht und sind auf eigentlich sehr einfach Zusammenhänge gestossen: Vertrauen entsteht durch Erfolgserlebnisse. Vertrauen lässt sich also durch viele kleine Erfolgserlebnisse aufbauen. </span></p>
<h3 style="font-weight: 400;">Ethik</h3>
<p>In diesem philosophischen Teilgebiet wird menschliches Handeln nach moralischen Begriffen untersucht und bewertet. Man betrachtet es aus verschiedenen Perspektiven und argumentiert, weshalb es nun gut oder schlecht ist. Durch Abwägung der verschiedenen Argumente kommt man dann zu einer Bewertung. Jeder einzelne Mensch macht für sich ethische Abwägungen, aber auch eine grössere Gemeinschaft oder die Gesellschaft ist in ständiger Diskussion darüber. Die Bewertungen verändern sich mit der Zeit. Was früher noch allgemein akzeptiert war, wird heute kritisch beurteilt oder umgekehrt. Ist es richtig Kinder und Tiere zu schlagen? Was in der Nutzung und im Training von Pferden ist ethisch vertretbar? Die Diskussion darüber ist wichtig und sie sollte mit Argumenten geführt werden. Dass sie auch emotional wird, liegt in der Natur der Sache.</p></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Gebisse im Fokus</title>
		<link>https://passion.4my.horse/gebisse-im-fokus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Passion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 08:14:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
		<category><![CDATA[Reitmagazin]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Thema der Weiterbildungstagung des Schweizer Tierschutz STS und des Berufsbildungszentrums Inforama, das Ende November 2023 in Bern stattfand, bietet das Potenzial zu emotionalen Grabenkämpfen und unüberwindbaren Positionen.]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Erschienen im PASSION 01/24 von Cornelia Heimgartner für den STS</strong></em></p>
<h3>Gebisse und Hilfszügel im Fokus</h3>
<p style="font-weight: 400;"><em>Das Thema der Weiterbildungstagung des Schweizer Tierschutz STS und des Berufsbildungszentrums Inforama, das Ende November in Bern stattfand, bietet das Potenzial zu emotionalen Grabenkämpfen und unüberwindbaren Positionen. Gerade deshalb standen die sachliche Diskussion und die kompetente Wissensvermittlung im Zentrum der Veranstaltung, um das Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten – mit Erfolg!</em></p>
<p>Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde klar: Wenn sich der Schweizer Tierschutz STS und das Berufsbildungszentrum Inforama für eine Weiterbildungstagung die Hände reichen, dann sollen Brücken geschlagen und Türen geöffnet werden – zum Wohle des Pferdes. Renommierte Fachpersonen vermittelten dem zahlreich erschienenen Publikum aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Inputs zur Blickschulung rund um das kontroverse Thema der Hilfszügel und Gebisse.</p>
<p>In ihrem Inputreferat betonte die diplomierte Zoologin Sandra Schaefler, die beim STS in der Fachstelle Heimtiere und Pferde tätig ist, dass sich der STS keineswegs gegen die Nutzung von Pferden wendet, wobei das Schweizer Tierschutzgesetz den Rahmen für jeden Umgang mit dem Pferd setzt und stets einzuhalten ist. Wie nuanciert der Einsatz von Gebissen und Hilfszügeln zu bewerten ist, brachte sie mit folgenden Worten auf den Punkt:</p>
<blockquote>
<p>«Gewisse Gebisse und Hilfszügel sind aus Sicht des STS abzulehnen, bei anderen ist es eine Frage der Einwirkung in Abhängigkeit der Reiterin bzw. des Reiters, wie auch des Ausbildungstands des Pferdes.»</p>
</blockquote></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_2">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img decoding="async" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2025/02/N56_9700.JPG" alt="Pferde benötigen Raufutter" title="N56_9700" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3>Stimmen der Protagonisten</h3>
<p>Als Vertreter des Inforama, aber auch des Spitzensports sprach Patrick Rüegg, Elite-Kaderreiter Concours Complet sowie Lehrer in der beruflichen Grundbildung und höheren Berufsbildung für Pferdeberufe, über seine ganz persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Gebissen: «Eine scharfes Gebiss kann und darf niemals dauerhaft Mängel in der Ausbildung des Pferdes kompensieren.» Auch seine ganz persönliche Erfahrung im Umgang mit Hilfszügeln sprach vielen der Anwesenden aus dem Herzen: «Im Zuge meiner Bereiterlehre und späteren beruflichen Tätigkeit als Ausbilder und Reiter war der Einsatz von Hilfszügeln völlig normal. Ich stellte mir dazu nicht allzu viele Fragen. Erst als ich begonnen habe, mich intensiver mit der Biomechanik des Pferdes auseinanderzusetzen, wurde mir bewusst, dass das vielleicht nicht der beste Weg ist. Jedoch musste ich feststellen, dass die Arbeit ohne Hilfszügel deutlich anspruchsvoller ist, als mit Hilfszügeln. Anlässlich der Postenarbeit hat man gesehen, dass 2 von 3 Pferden sich an der Longe besser bewegten ohne Hilfszüge. Es kommt wirklich auf das Pferd und die Person an und wie gearbeitet wird. Eines steht auf alle Fälle fest:</p>
<blockquote>
<p>Für das Longieren ohne HIlfszügel braucht es deutlich mehr Kompetenzen als für das Longieren mit Hilfszügel. Wenn sich das Pferd in einer falschen Körperhaltung bewegt, ist es kontraproduktiv.</p>
</blockquote>
<p>Biomechanik war denn auch das zentrale Stichwort des Fachvortrags von Dr. med. vet. Selma Latif. Sie zeigte eindrücklich auf, dass zur Beurteilung, wie nützlich oder schädlich Gebisse und Hilfszügel sind, ganz viele Komponenten hineinspielen, die für jedes Pferd individuell sind. Dazu gehören die genetischen körperlichen Voraussetzungen jedes einzelnen Pferdes wie Hebellängen, Bindegewebstyp und Muskelqualität. Anhand von eindeutigen Illustrationen und Bildbeispielen schulte sie das Auge des Publikums für die subtilen Unterschiede zwischen Verspannung und negativen Kompensationsmustern auf der einen Seite des Spektrums und einer aktiven Haltemuskulatur und korrekt arbeitenden myofaszialen Ketten auf der anderen Seite, wobei letzteres das gewünschte und notwendige Bewegungsmuster für schonendes Reiten darstellt.</p>
<blockquote>
<p>«Zur orthopädischen Gesunderhaltung muss an der Schiefe des Pferdes gearbeitet werden. Die Aktivierung der Rumpfträger ist hierzu der erste Schritt»,</p>
</blockquote>
<p>so die erfahrene Tierärztin, die nebst ihrer schweizweiten Tätigkeit als praktische Tierärztin mit Spezialisierung auf orthopädische Probleme auch eine weltweit gefragte Referentin zum Thema der Biomechanik und Trainingstherapie beim Pferd ist.</p>
<p>Prof. Dr. med. vet. Conny Herholz, Leiterin der Vertiefung Pferdewissenschaften an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) im bernischen Zollikofen, ging in ihrem Vortrag der Frage nach, welche Metalle unsere Pferde denn eigentlich im Maul haben. Tatsächlich ist die Vielfalt an verfügbaren Gebissen nicht nur bezüglich Form und Wirkungsweise, sondern auch hinsichtlich der verwendeten Metalle gross. Ob dies für Pferde problematisch ist oder gar Allergien hervorrufen könnte, eruierte sie aus wissenschaftlicher Perspektive im Rahmen einer Studie. Ihr Fazit fiel grundsätzlich positiv aus:</p>
<blockquote>
<p>«In keinem der 103 analysierten Gebisse wurden potenziell giftige Elemente wie Cadmium oder Blei gefunden. Auch eine für das Pferd giftige Abgabe von Eisen durch Sweet-Iron-Gebisse ist nicht zu erwarten.»</p>
</blockquote></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_3">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img decoding="async" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2025/02/N56_9666.JPG" alt="" title="N56_9666" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Hippoteach Maia Bachmann leitete in ihrem Fachreferat die Ursprünge von Hilfszügeln her und zeigte eindrücklich und detailliert auf, wie die einzelnen Hilfszügel genau wirken und inwiefern sie die Grundsätze der Skala der Ausbildung als Basis einer pferdegerechten Ausbildung untermauern oder im Gegenteil untergraben. Sie betonte, wie vielfältig die Stolpersteine sind, denen man auf dem Ausbildungsweg des Pferdes begegnet und dass diese in den allermeisten Fällen nicht einfach mit Hilfszügeln übergangen werden können:</p>
<blockquote>
<p>«Fehlendes Gleichgewicht, Steifheit und Aussenstellung auf gebogenen Linien können mit Zwangsmitteln nicht nachhaltig korrigiert werden. Weder Takt noch Schwung lassen sich erzwingen, aber sie können durch ein geschicktes Zusammenspiel von feinen Hilfen deutlich verbessert werden. Oft wird durch den Einsatz von Hilfszügeln gerade das Gegenteil des gewünschten Effekts erreicht. Unsachgemäss angewandte Hilfszügel können überdies den Körper und die Psyche des Pferdes nachhaltig schädigen.»</p>
</blockquote>
<p>Die auf Verhaltensmedizin spezialisierte Tierärztin Ruth Herrmann nahm die Tagungsteilnehmenden schliesslich mit auf eine faszinierende Reise der neutralen Beobachtung von Pferden, um deren Gemütszustand objektiv beurteilen zu können. Sie wies darauf hin, dass unser Gehirn auch bei der vermeintlich wertfreien Beobachtung unbewusst eine Auswahl trifft: Was erscheint uns gerade wichtig? Worauf sind wir sensibilisiert? Wie ist die Stimmung und welche Emotionen spielen in die Beobachtung mit hinein? All diese Komponenten haben zur Folge, dass wir das Gesehene interpretieren und mit Annahmen ergänzen. Und schon ist die Beobachtung nicht mehr neutral. Um diese Einflussfaktoren zu minimieren, braucht es Übung. Gewisse Hilfsmittel wie die sogenannten Ethogramme können uns dabei unterstützen, unsere Beobachtungen zu kanalisieren:</p>
<blockquote>
<p style="font-weight: 400;">«Es gibt Hilfsmittel wie die „Horse Grimace Scale“, das „Equine Pain Face, oder das „Ridden Horse Pain Ethogram“, die eine wissenschaftliche Basis haben und uns dabei unterstützen können, Beobachtungen einzuordnen. Aber gerade diese Erkenntnisse und Diskussionen zeigen auch: Wir müssen noch viel lernen! Die Pferde teilen uns mit ihrem Verhalten etwas mit – begegnen wir ihnen mit Offenheit und Lernbereitschaft.»</p>
</blockquote>
<p>In den anschliessenden Workshops wurden die gewonnen Erkenntnisse einem Praxistest unterzogen: In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmenden direkt am Pferd zusammen mit Dr. med. vet. Selma Latif das Exterieur und die Bemuskelung beurteilen und die Konsequenzen für das weitere Training besprechen. Dasselbe Pferd wurde dann von der Pferdefachfrau und Trainerin B SFRV Jeanne Bessire mit und ohne Hilfszügel an der Longe vorgestellt, wobei die Blicke des Publikums durch Reha-Trainerin Cornelia Heimgartner geschult und die Bewegungsunterschiede des Pferdes zwischen den beiden Longiertechniken hervorgehoben wurden. Im dritten Workshop gaben die beiden Pferdefachfrauen Janina Siegwart und Tanja Sprunger-Mighali den Teilnehmenden mit auf den Weg, welche Faktoren es zu beachten gilt bei der Entscheidung, welches Gebiss für welches Pferd denn nun am geeignetsten ist.</p>
<p>In der abschliessenden Diskussion im Expertenforum wurden einzelne Aspekte rund um den Themenbereich der Gebisse und Hilfszügel nochmals aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Am Ende der Veranstaltung war die Take-home-Message denn auch für alle klar: Wer ehrlich um das Wohlergehen unserer Pferde bemüht ist, kann sich nicht mit einfachen Antworten und Prinzipien zufriedengeben, sondern muss sich mit der Vielfalt der Aspekte, die mit hineinspielen, auseinandersetzen. Offenheit und Lernbereitschaft sind die Grundvoraussetzungen für die respektvolle Nutzung unserer Pferde.</p></div>
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		<item>
		<title>Sperr-Riemen und Nasenriemen &#8211; die eingeschränkte Maulfreiheit</title>
		<link>https://passion.4my.horse/nasenriemen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke Rosso]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jun 2024 13:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Diskussion um Sperrriemen bleibt aktuell. Zu Recht! Nur scheint dabei unterzugehen, dass der zu fest zugezogene Sperrriemen allein nicht das Problem ist.]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>Auswirkungen zu fest verschnallter Nasenriemen</h1>
<h2>auch bei Kappzaum und gebisslosem Zaum</h2>
<p><em><strong>Autorin: Anke Roso</strong> (erstmals veröffentlicht am 20.9.2016 auf 4my.horse)</em></p>
<p>Die Diskussion um Sperrriemen bleibt aktuell. Zu Recht! Nur scheint dabei unterzugehen, dass der zu fest zugezogene Sperrriemen allein nicht das Problem ist: Schon vor einigen Jahren untersuchten <a href="http://www.hofreitschule.de/files/nasenriemendiskussion.pdf">Kathrin Kienapfel und Holger Preuschoft</a> die Verschnallung von Sperrriemen und <strong>Nasenriemen</strong>. Ergebnis: es ist unerheblich, ob der Sperrriemen oder der Nasenriemen fest angezogen ist.</p>
<h2>Massgebend ist der enger verschnallte Riemen.</h2>
<p>Das bedeutet im Umkehrschluss: Ist der Sperrriemen korrekt verschnallt (oder besser: nicht vorhanden), muss der Nasenriemen so locker liegen, dass das Pferd kauen kann. <strong>Ergo gilt die 2 Finger-Regel auch für gebisslose Zäume und Kappzäume.</strong></p>
<p>Das führt zu folgenden Überlegungen, denen wir in den nächsten Wochen jeweils einen Artikel widmen:</p>
<ol>
<li>Welche Auswirkungen hat es, wenn das Pferd nicht kauen kann? Ist das auch am gebisslosen Zaum und am Kappzaum problematisch?</li>
<li>Der „zugesperrtes Maul“-Selbstversuch (auch zum Nachturnen): Irre!</li>
<li>Wie locker muss der Nasenriemen verschnallt sein, um dem Pferd keinen Schaden zuzufügen? Gibt es standardisierte Kontrollmethoden? Legt man die Finger übereinander, oder nebeneinander? Wo wird gemessen?</li>
<li>Was man dem Pferd Gutes tun kann, nachdem man feststellte, dass der Nasenriemen zu eng verschnallt war.</li>
<li>Der korrekt verschnallte Zaum rutscht! Was tun?</li>
</ol>
<h2>Welche Auswirkungen hat es, wenn das Pferd nicht kauen kann?</h2></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3>Ist das auch am gebisslosen Zaum und am Kappzaum problematisch?</h3>
<p>Schon die alten Reitmeister wussten: Das Pferd muss kauen können! Auch wenn die anatomischen Zusammenhänge damals nicht so klar gewesen sein mögen, spüren gute Reiter das Problem natürlich:</p>
<p>Ein Pferd, das sich im Kiefergelenk festhält, oder festgehalten wird, wie es bei zu fest angezogenen Nasenriemen der Fall ist, kann nicht locker im Genick sein. Ohne lockeres Genick kein lockerer Rücken – dafür sorgen die Muskelketten. Dies ist keine neue Erkenntnis. Von der HdV 12 bis zu den FN-Richtlinien und Reitweisen-übergreifend: hier gibt es keine zwei Meinungen.</p>
<p>Nur ist scheinbar die <strong>wirkliche</strong> Bedeutung dieser Worte und auch deren Umsetzung etwas Anderes.</p></div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3>Losgelassenheit &#8211; auch am Kappzaum auf die richtige Verschnallung achten</h3>
<p>Um es mit den Worten von Herrn Dr. Heuschmann zu sagen: „Jedweder Widerstand am Genick macht den Zugang zum Rumpf unmöglich!“</p>
<p>Takt und Losgelassenheit sind die Grundpfeiler in der Skala der Ausbildung. Egal ob Kappzaum oder Reitzaum zu eng verschnallt sind: Losgelassenheit ist nicht (oder nicht lange) möglich, wenn das Pferd nicht kauen kann. Sowohl unter dem Reiter, als auch an der Longe: <strong>immer</strong> werden die Pferde unter ihren Möglichkeiten laufen und immer wird es körperliche und seelische Probleme nach sich ziehen. Diese mögen nicht augenscheinlich sein. Aber sie sind da. </p>
<h3>Auch am Kappzaum kann die Psyche leiden</h3>
<p>Abgesehen von den körperlichen Konsequenzen (siehe Kasten rechts): <strong>Wie steht es um die Psyche?</strong></p>
<p>Pferde wollen uns gefallen. Entweder, weil sie eine gute Beziehung zu uns haben. Manche auch, weil das Ausführen des Geforderten der Weg mit den wenigsten negativen Konsequenzen ist. Das Pferd mit zu fest zugebundenem Maul möchte tun, was wir uns wünschen, wird aber an der losgelassenen Ausführung dessen gehindert. Für Pferde ist das frustrierend.</p>
<p>Natürlich kann man fast alle Pferde über ihren Widerstand oder gar Schmerz in die gewünschte Bewegung oder Form bringen. Doch das wird kein Leser dieser Zeilen wirklich wollen. <strong>Pferde sind aber so anfällig für Tendenzen zur „erlernten Hilflosigkeit“, dass das Anpassen an unangenehme oder schmerzende Umstände manchmal auch schleichend passiert.</strong> Man denke nur an Pferde, die trotz drückendem Sattel noch versuchen, das Beste aus sich heraus zu holen. Das passiert auch mit zu stramm gezogenen Riemen bei Kappzaum, gebisslosem Zaum oder Trense.</p></div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>&nbsp;</p>
<h2>Mögliche Folgen zu eng geschnallter Nasen- und Sperrriemen</h2>
<ul>
<li>Schluckbeschwerden (Pferde speicheln sehr stark), das vermehrte Speichelvolumen im Maul führt wiederum zu vermehrtem Stress</li>
<li>Reizung von Nerven (je nach Lage des zu eng geschnallten Riemens). Dies kann zu massiven Schmerzen führen, insbesondere zur gefürchteten Trigeminus-Neuralgie.</li>
<li>Verwerfen, Kopfnicken/-schütteln bis hin zum Headshaking</li>
<li>Blockieren von Meridianen mit vielschichtigen Folgen</li>
<li>Verletzungen im Maul, wenn die Schleimhäute an die Zähne gepresst werden</li>
<li>Schmerzen im Maul, insbesondere bei jungen Pferden, die sich zum Beispiel gerade im Zahnwechsel befinden.</li>
<li>Zähne knirschen, blaue Zunge. Pullen gegen das Gebiss. Zügel aus der Hand ziehen.</li>
<li>Festgehaltenes Genick durch festgehaltene Kiefergelenke: führt zu wiederkehrenden Blockaden an den Halswirbeln und als Kompensation in Folge zu weiteren Blockaden.</li>
<li>Festgehaltener Rücken, Pferd wird schwer zu sitzen, erschwerte Lastaufnahme mit allen Konsequenzen und Auswirkungen auf den gesamten Körper. Viele Pferde rennen oder laufen verhalten mit wenig Untertritt.</li>
<li>Je nach Körperbau, Temparament und Reitweise Folgeschäden an verschiedenen Strukturen möglich</li>
</ul></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Fazit</h2>
<p>Achte darauf, Dein Pferd nicht mit einem zu engen Nasenriemen zu blockieren. Es muss jedem Pferdemenschen deutlich werden, wie wichtig die Maulfreiheit des gezäumten Pferdes ist!</p>
<p>Es kann kein Spezialfutter für bessere Muskulatur, keine Medikament gegen Magengeschwüre und keine osteopathische Behandlung auf Dauer greifen, wenn das Pferd gezäumt kaum kauen kann! Pferde MÜSSEN die Maulfreiheit bekommen, die ihnen zusteht!</p>
<p>Zum Weiterlesen <a href="http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0154179">eine sehr interessante Studie</a>, die<a href="https://www.propferd.at/main.asp?VID=1&amp;kat1=87&amp;kat2=644&amp;NID=5050"> hier von ProPferd.at kurz auf deutsch zusammengefasst </a>wurde.</p>
<h4 class="rtecenter"></h4></div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Beiträge zu diesem Thema</h4>
<ul>
<li><a href="https://passion.4my.horse/der-sperrriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Der Sperrriemen</a><em> (Autor: Michael Geitner)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/nasenriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Sperr-Riemen und Nasenriemen – die eingeschränkte Maulfreiheit</a><em> (Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/ist-die-2-finger-regel-noch-zeitgemaess/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Ist die 2-Finger-Regel noch zeitgemäss?</a> <em>(Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/der-nasenriemen-sperrriemen-selbstversuch" target="_blank" rel="noopener">Der Nasenriemen/Sperrriemen-Selbstversuch</a> <em>(Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/pferde-duerfen-ruhig-ihr-maul-aufmachen" target="_blank" rel="noopener">Pferde dürfen ruhig ihr Maul aufmachen</a><em> (Autorin: Doris Paschke)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/wo-wissen-aufhoert-faengt-gewalt-oft/" target="_blank" rel="noopener">Wo Wissen aufhört, fängt Gewalt an</a> <em>(Autorin: Patricia Wegmann) </em></li>
</ul></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pferde dürfen ruhig ihr Maul aufmachen!</title>
		<link>https://passion.4my.horse/pferde-duerfen-ruhig-ihr-maul-aufmachen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beatrice Hohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Dec 2019 17:36:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
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					<description><![CDATA[Obwohl schon sooo viel dazu geschrieben wurde, scheint es nicht anzukommen: Lasst es doch endlich, den Pferden mit dem Sperrriemen das Maul zuzuschnüren!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_3 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>Der Sperrriemen ist unnötig</h1>
<h2>Er ist unnütz und tut weh</h2>
<p><em><strong>Autorin: Doris Paschke</strong> (erstmals am 10.12.2019 auf 4my.horse veröffentlicht)</em></p>
<p>Es wurde schon sooo viel dazu geschrieben und heute muss ich es auch mal tun, denn anscheinend kommt es bei vielen nicht an: Lasst es doch endlich, Euren Pferden mit dem Sperrriemen das Maul zuzuschnüren!</p>
<blockquote>
<p>Er ist unnütz und tut weh – also warum tut man das einem Pferd immer wieder an?</p>
</blockquote>
<p>Weil „man“ das so macht? Weil er nun mal an der Trense dran ist? Weil es „war schon immer so“? Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen.</p>
<p>Ja, dieses Teil hat eine verdammt lange Tradition. Vermutlich ist dieses zuschnürende Teil &#8211; denn nichts Anderes ist es &#8211; im 19. Jahrhundert erfunden worden. Damals waren Pferde wichtig für den Kriegseinsatz und viele Soldaten mussten sehr schnell lernen, sich irgendwie im Sattel zu halten. Wenn der Feldzug bevorstand, dann war da keine Zeit für eine reiterliche Basisausbildung. Viele griffen deshalb viel zu hart und stark in den Zügel. Die Kavallerie musste über Schützengräben springen und bei der Landung war es keine Seltenheit, dass sie die Zügel noch oben rissen. Springtraining hatten schließlich die wenigsten. Das führte zu einer großen Zahl von Unterkieferbrüchen bei den Pferden. Durch den Sperrriemen konnte in diesen Extremsituationen der Druck etwas besser verteilt und damit viele Brüche verhindert werden.</p>
<p>Allerdings war die Verschnallung des Lederriemens nicht so wie er heute noch viel zu oft zu sehen ist. Er ging durch die Aufhängung der Trense und wurde dann oben an der Nase verschnallt. Dadurch erfolgte wohl eine bessere Druckverteilung. Auf historischen Bilder gibt es unterschiedliche Varianten zu sehen, aber so wie heute sieht die Verschnallung nicht aus.</p>
<h2>Zu Kriegszeiten hatte er seine Berechtigung</h2>
<p>Also das lasse ich gerade noch gelten, dass es in der Vergangenheit einen Sinn gehabt hat, einen Sperrriemen zu verwenden. Sofern man bei kriegerischen Einsätzen überhaupt von Sinn sprechen möchte, aber das ist ein ganz anderes Thema. Wir alle müssen, Gott sei Dank, nicht mit unserem Pferd in den Krieg ziehen. Und wenn ich beim Springen die Hände nach oben reiße, dann sollte ich an meiner reiterlichen Basis arbeiten und das Springtraining nach hinten schieben. Es gibt heutzutage einfach absolut keinen Grund, meinem Pferd das Maul zuzuschnüren.</p>
<p>Manche sagen dann: Wenn ich den Sperrriemen nicht dran habe, dann reißt mein Pferd dauernd sein Maul auf und streckt manchmal sogar die Zunge raus. Ja, und? Dann wird es einen verdammt guten Grund dafür haben. Dann hat es Schmerzen oder irgendetwas ist ihm zumindest unangenehm. Vielleicht wirkt die Reiterhand zu stark ein, vielleicht hat das Pferd unangenehme Erfahrungen mit dem Gebiss gehabt, vielleicht gibt es ein Problem mit den Zähnen, vielleicht ist das Gebiss zu groß usw. Es ist doch sein gutes Recht uns mitzuteilen, dass da irgendwas nicht stimmt. Es kann doch nicht die Lösung sein, dann einfach das Maul zu verschnüren und dann ist alles wieder gut. Da muss ich doch herausfinden, woran das liegt.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="419" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2019/12/graziaLuna.jpg" alt="Beim gebisslosen Reiten ist ein Nasenband notwendig" title="Beim gebisslosen Reiten ist ein Nasenband notwendig" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2019/12/graziaLuna.jpg 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2019/12/graziaLuna-480x251.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" class="wp-image-7444" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Freiheit zum Atmen, Kauen und Loslassen</h2>
<p>Wenn ich in Kursen oder im Reitunterricht sage: Jetzt mach das Ding mal ab und dann gucken wir, was Dein Pferd macht. Wisst Ihr, was dann aus meiner Erfahrung passiert? Überhaupt nichts, also nichts „Schlimmes“. Sondern das Pferd hat endlich genug Freiheit zum Atmen, Kauen und Loslassen. Wie soll denn bloß echte Losgelassenheit entstehen, wenn ich einzelne Körperteile verschnüre? Das ist für mich absolut unlogisch.</p>
<p><a href="https://www.passion.4my.horse/fachbeitrag/der-nasenriemen-sperrriemen-selbstversuch" target="_blank" rel="noopener">Versucht doch selbst mal locker zu joggen</a>, während ihr die ganze Zeit die Zähne fest zusammenbeißt. Das geht nicht gut, der gesamte Körper wird blockiert. Warum sollte das beim Pferd anders sein?</p>
<p>Ich gehe sogar noch weiter und sage: Auch Reithalfter brauche ich nicht am Pferdekopf. Wenn ich eine gebisslose Zäumung habe, dann brauche ich natürlich den Nasenriemen. Da habe ich ja kein Gebiss. Oder bei einer Zäumung, die auf Gebiss und Nase einwirkt. Aber bei allen anderen sehe ich keinen Sinn in einem Reithalfter. Und wenn ich eins nutze, dann bitte so locker verschnallen, dass das Pferd ausreichend Bewegungsfreiheit hat. Damit es tief atmen und nach Wunsch kauen kann. Früher wurden selbst hohe Dressurprüfungen ohne Reithalfter geritten. Heute ist das Reithalfter auf Turnieren nicht mehr wegzudenken. Das sollte uns zu denken geben.</p>
<h2>Gähnen baut Stress ab</h2>
<p>Ich beobachte es so oft, dass Pferd während oder nach einer Trainingseinheit auch mal herzhaft gähnen. Damit lockern sie ihren gesamten Kieferbereich und das Gähnen dient zudem dazu, die gerade gemachten Erfahrungen zu verarbeiten. Denn Gähnen baut Stress ab. In einer ungewohnten Situation, zum Beispiel bei einem Kurs in fremder Umgebung, Gähnen manche Pferde deshalb häufiger als sonst. Sie bauen dadurch Spannung ab. Wobei Spannung nicht grundsätzlich als negativ betrachtet werden muss. Das Pferd braucht ja eine gewisse Körperspannung, genau wie wir Reiter, um bestimmte Lektionen absolvieren zu können.</p>
<p>Übe ich neue Dinge, dann fordere ich dem Pferdekörper mehr Leistung ab. Dann muss ich im Anschluss dafür sorgen, dass eine Entspannungsphase folgt. Die halt manchmal mit einem herzhaften, entspannenden Gähnen einhergeht.</p>
<blockquote><p>Mein Wunsch: Freiheit für das Pferdemaul! Lasst sie kauen, schmatzen, gähnen und was ihnen sonst noch so einfällt. Wenn Euch nicht „passt“, was das Pferdemaul tut, dann gibt es einen Grund dafür. Der muss gefunden und nicht das Symptom unterbunden werden.</p></blockquote>
<p><em>Gähnendes Pferd (Titel): Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/PixelwunderByRebecca-18516/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3367410">Rebecca Schönbrodt-Rühl</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3367410">Pixabay</a></em><br />
<em>Luna mit Kappzaum Goethe von <a href="https://dauberg-roth.de/" target="_blank" rel="noopener">Dauberg&amp;Roth</a>: 4my.horse</em></p>
<p><em></em></p>
<p>&nbsp;</div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_14  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Beiträge zu diesem Thema</h4>
<ul>
<li><a href="https://passion.4my.horse/der-sperrriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Der Sperrriemen</a><em> (Autor: Michael Geitner)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/nasenriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Sperr-Riemen und Nasenriemen – die eingeschränkte Maulfreiheit</a><em> (Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/ist-die-2-finger-regel-noch-zeitgemaess/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Ist die 2-Finger-Regel noch zeitgemäss?</a> <em>(Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/der-nasenriemen-sperrriemen-selbstversuch" target="_blank" rel="noopener">Der Nasenriemen/Sperrriemen-Selbstversuch</a> <em>(Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/pferde-duerfen-ruhig-ihr-maul-aufmachen" target="_blank" rel="noopener">Pferde dürfen ruhig ihr Maul aufmachen</a><em> (Autorin: Doris Paschke)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/wo-wissen-aufhoert-faengt-gewalt-oft/" target="_blank" rel="noopener">Wo Wissen aufhört, fängt Gewalt an</a> <em>(Autorin: Patricia Wegmann) </em></li>
</ul></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_8">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2024/07/Luna_Goethe.png" alt="" title="Luna_Goethe" /></span>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gebisslos &#8211; Reiten ohne Trense</title>
		<link>https://passion.4my.horse/gebisslos-reiten-ohne-trense/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beatrice Hohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 May 2017 12:50:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://passion.4my.horse/fachbeitrag/gebisslos-reiten-ohne-trense/</guid>

					<description><![CDATA[Reiten ohne Trense – das Thema weckt schnell Emotionen. Während es die einen verteufeln, wollen andere nur noch ohne.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_4 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_9">
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>Ohne Trense unterwegs</h1>
<h6><strong><em>Autorin: Andrea Eschbach (dieser Artikel ist zuerst in der <a href="http://www.kavallo.ch/Ausbildung.227.0.html?&amp;tx_ttnews&#091;tt_news&#093;=31&amp;cHash=fd0a2997b45d08bee4ef5bb78cbae224">KAVALLO </a>erschienen) </em></strong></h6>
<p><strong><em></em></strong></p>
<p><strong>Reiten ohne Trense – das Thema weckt schnell Emotionen. Während es die einen verteufeln, wollen andere nur noch ohne. Doch im Fokus sollte das Wohl des Pferdes stehen – ob mit oder ohne Mundstück. </strong></p>
<p>Unsere Expertin Andrea Eschbach sagt, welche Gründe für das gebisslose Reiten sprechen und wann auch Zäume ohne Trense fürs Pferd schädlich wirken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Mit Gebiss reiten oder ohne?</h2></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_10">
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="margin: 0px 0px 20px;padding: 0px;color: #483a37;font-family: Lato, sans-serif;font-size: 14px">Die Antworten auf diese Frage fallen selten sachlich aus. Es ist ein Thema, das Emotionen weckt und häufig polarisiert. Nüchtern betrachtet haben Zäume mit Gebiss und solche ohne lediglich unterschiedliche Wirkungsweisen. Häufig aber verbinden wir das Weglassen der Trense mit wenig bis gar keiner Einwirkung aufs Pferd.</p>
<p>Das Argument, dass das Pferd ohne Gebiss nicht zu kontrollieren ist, ist da nicht mehr weit. Häufig wird hier «kontrollieren» mit «bremsen» gleichgesetzt. Dazu ein kleines Wortspiel: <strong>Auf Spanisch lautet der Begriff für Trense «el freno».</strong></p></div>
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				<a href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2017/05/bitless-bridle-beta.jpg" class="et_pb_lightbox_image" title="Bitless Bridle nach Dr. Cook"><span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2017/05/bitless-bridle-beta.jpg" alt="Bitless Bridle nach Dr. Cook" title="Bitless Bridle nach Dr. Cook" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2017/05/bitless-bridle-beta.jpg 600w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2017/05/bitless-bridle-beta-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 600px, 100vw" class="wp-image-7365" /></span></a>
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				<div class="et_pb_text_inner"><blockquote>
<p>Es ist derselbe Begriff wie für das Wort «Bremse».</p>
</blockquote>
<h2>Ein Trugschluss</h2>
<p>Es scheint, als ob wir im Gebiss die einzige echte Möglichkeit sehen, das Pferd zu bremsen. <strong>Das allerdings ist ein Trugschluss.</strong> Kontrolle findet kaum nur im Maul des Pferdes statt. Vielmehr beginnt sie bei dessen Erziehung und Ausbildung. Führt diese nicht dazu, dass das Pferd gelassen, willig, weich und aufmerksam auf die Hilfen des Menschen – ob am Boden oder im Sattel – reagiert, kann daran auch ein Gebiss im Maul nicht mehr viel ändern. Unter Umständen kann es sogar gefährlich sein, ein solches Pferd überhaupt noch zu reiten, egal mit welcher Art von Zäumung.</p>
<p>Ob wir in Harmonie und mit Leichtigkeit unser Pferd reiten, ob wir es anatomisch korrekt ausbilden, diese Ziele verlangen komplexere Wege als lediglich die Entscheidung «Gebiss ja oder nein».</p>
<h2>Neun gute Gründe</h2>
<p>Unser Fokus sollte sich also niemals nur auf die Art der Ausrüstung beschränken. Vielmehr ist die Entscheidung, welche Hilfsmittel wir benutzen, nur eine von vielen, die wir als Reiter fällen müssen. Für eine Zäumung ohne Gebiss gibt es dazu einige gute Argumente:</p>
<p><strong>Das Pferdemaul ist hochsensibel</strong>. Beim Reiten mit Gebiss kann eine unruhige oder ungeübte Reiterhand – meist geschieht dies unwillentlich – Verletzungen an der Mundschleimhaut verursachen. Schmerzen aber lösen beim Fluchttier Pferd leicht Stress und Angst aus: Eine grobe Zügeleinwirkung oder ungeübte Reiter tragen somit schnell dazu bei, dass das Pferd mit Flucht, Verweigerung oder Rückzug reagiert.</p>
<p>Wissenschaftliche Untersuchungen, wie sie an der tierärztlichen Hochschule in Hannover durchgeführt wurden, haben ergeben, dass im Pferdemaul viel weniger Platz ist als angenommen. Für einen Gegenstand von der Grösse eines Gebisses ist es deutlich zu klein. Die Maulhöhle wird weitgehend ausgefüllt, ein Gebiss berührt immer sowohl Zunge wie auch Gaumen.</p>
<h2>Die Studien von Dr. Robert Cook</h2>
<p>Weitere interessante Ergebnisse publizierte der Brite <a href="https://bitlessbridle.com/dr-robert-cook-bitless-bridle/"><strong>Robert Cook</strong></a>: In einigen seiner Studien, die er an der Tufts University in Boston/USA durchführte, untersuchte der Veterinärmediziner die Auswirkungen des Gebisses auf das Verhalten der Pferde. So stellt ein Gebiss einen Fremdkörper im Pferdemaul dar und sollte natürlicherweise geschluckt oder ausgespuckt werden können. Ist das nicht möglich, reagiert das Pferd mit Stress.</p>
<p>Nimmt ein Pferd Gegenstände freiwillig ins Maul, handelt es sich dabei meist um Futter. Dies löst eine Kette von <strong>physiologischen Reaktionen</strong> im Pferdekörper aus: eine vermehrte Speichelproduktion sowie Kau- und Schluckreflexe. Zudem aktiviert der Körper die Verdauungsprozesse und fährt dabei die sonstige körperliche Leistung zurück. Ein für das Reiten nicht sehr idealer Umstand.</p>
<p>Einen weiteren problematischen Aspekt im Zusammenhang mit einem Gebiss im Pferdemaul sieht Cook zwischen dem Schluckreflex und der Atmung: Eine erhöhte Schluckfrequenz – verursacht durchs Gebiss – kann beim arbeitenden Pferd zu Atemnot führen. Eine Trense im Maul programmiert den Körper also nicht auf Arbeitsmodus, sondern verlangt eher nach Ruhe. Auch das widerspricht meist den Interessen des Reiters.</p>
<p>Durch seine Untersuchungen konnte Cook nachweisen, dass wesentliche Erkrankungen, insbesondere der Atmungsorgane, auf das Gebiss im Pferdemaul zurückzuführen sind. Allerdings ist dieses Gebiet noch wenig erforscht und weitere Studien zu diesem Thema wären wünschenswert.</p></div>
			</div>
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				<a href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2017/05/bitless-bridle-western-leather.jpg" class="et_pb_lightbox_image" title="Bitless Bridle nach Dr. Cook"><span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img decoding="async" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2017/05/bitless-bridle-western-leather.jpg" alt="Bitless Bridle nach Dr. Cook" title="Bitless Bridle nach Dr. Cook" /></span></a>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Umstellung auf Gebisslos</h2>
<p>Aus eigener langjähriger Erfahrung wissen wir, dass viele Pferde beim Umstellen auf eine gebisslose Zäumung schneller ruhig werden, <strong>weniger Stressreaktionen zeigen </strong>und sich rascher entspannen. In einem solchen Zustand können sie sich leichter auf den Reiter konzentrieren und reagieren dadurch oft auffallend sensibler auf die Reiterhilfen. So kann der Reiter sein Pferd oft leichter und mit weniger Krafteinsatz kontrollieren. Da das Pferd auch mental entspannt ist, ist die Wahrscheinlichkeit gross, ein rittiges, williges und fein an den Hilfen stehendes Pferd unter dem Sattel zu haben. Dies wiederum erhöht die Sicherheit von Pferd und Reiter.</p>
<p>Pferde, die durch harte Ausbildungsmethoden und gewaltsamen Umgang traumatisiert sind, finden durch eine gebisslose Zäumung oft leichter wieder einen Zugang zu Zügel und Reiterhand. Dies zeigt uns unsere langjährige Erfahrung mit Korrekturpferden.</p>
<p>Eine Umstellung auf eine gebisslose Zäumung kann auch in der <strong>Phase des Zahnwechsels</strong> (bis zum 6. Lebensjahr!) eine grosse Erleichterung sein. Das in dieser Zeit besonders empfindliche Maul wird so geschont.</p>
<p>Für sehr viele Dinge, die ein Pferd können sollte, ist ein Gebiss nicht wirklich notwendig. Das Argument, dass ein Pferd ohne Gebiss in der Dressur nicht entsprechend versammelt werden könne, ist immer wieder zu hören. Diese Argument können viele namhafte Trainer entkräften. Auch ohne Gebiss lassen sich Pferd bis zu Lektionen der hohen Schule ausbilden und gymnastizieren.</p>
<p>Das gilt auch für ein vielseitiges Freizeitpferd, das hohen Ansprüchen genügt: Es sollte ruhig und gelassen sein, sowohl im Umgang wie auch beim Reiten oder Training. Dennoch soll es fleissig und aktiv sein, leicht kontrollierbar, motiviert und für alle Arten des Einsatzes gut gymnastiziert: etwas Wanderreiten, etwas Dressurlektionen, kleine Sprünge wenn möglich, zur Abwechslung darf es an der Doppellonge gehen, Gymkhana-Wettbewerbe mitmachen oder auch mal Kunststücke wie Kompliment oder spanischen Schritt zeigen. All dies kann der Mensch mit dem Pferd erreichen, <strong>ohne dafür ein Gebiss verwenden zu müssen.</strong></p>
<h2>Wissen kommt vor Ausrüstung</h2>
<p>Wir reiten seit Jahren mit gutem Erfolg mit gebisslosen Zäumungen. Das Bewusstsein, wie sensibel das Pferdemaul ist, mussten wir allerdings auch erst durch eigene Erfahrungen lernen.</p>
<p>Das Anwenden der Standardausrüstung Wassertrense war vorher schlicht normal. Die Entdeckung, dass es ohne Trense auch – und oft sogar noch besser – geht, war für uns der erste Anstoss, uns wirklich Gedanken zu machen, welche Auswirkungen die Ausrüstung auf die Pferde hat. <strong>Mental, physhisch und psychisch. </strong></p>
<p>Um sich dessen bewusst zu werden, kommen wir nicht darum herum, uns Wissen anzueignen. Das heisst, wir sollten <strong>die Hintergründe und Wirkungen von verschiedenen Zäumungen und Gebissen</strong> kennenlernen. Denn selbstverständlich hat auch ein gebissloses Zaumzeug eine Wirkung. Die erfolgt aber nicht über das Innere des Pferdemauls, sondern je nach Zäumung auf verschiedene Bereiche am Pferdekopf oder -hals. Am häufigsten auf Nasenrücken, Genick, Kinngrube, Ganaschen und Hals.</p>
<p>Versteht ein Reiter nicht, wie die von ihm verwendete Ausrüstung wirkt, wird er unweigerlich irgendwann Schaden anrichten, bewusst oder unbewusst. Das gilt auch für gebisslose Zäumungen. <strong>Diese sind nicht automatisch «pferdefreundlich»</strong>.</p>
<h2>Gebisslose Zäumungen sind nicht automatisch pferdefreundlich</h2>
<p>Auch hier gibt es Modelle, die für den kundigen Pferdemenschen eher ins Museum gehören als auf einen Pferdekopf – beispielsweise die <strong>mechanische Hackamore</strong>. Durch den starken Druck, den die Hebel beim Anziehen der Zügel auf das Nasenbein ausüben, kann eine Pferdenase mit dieser Zäumung relativ leicht gebrochen werden. Extrem tief auf der Nase liegende Zäumungen können zudem leicht den empfindlichen Nasenknorpel verletzen. Eisenteile einfach von innen nach aussen auf die Nase des Pferdes zu verlagern, ist kein Freipass für hemmungsloses Zügelziehen.</p>
<p>Fragwürdig ist auch die in Spanien gerne ungepolstert verwendete <strong>Serreta</strong>, eine Art Kappzaum mit Zacken – ein unglaublich scharfes Instrument, das extrem leicht zu schweren Verletzungen am Nasenrücken führen kann.</p>
<p>Das <strong>weitverbreitete Knotenhalfter</strong> ist ebenfalls nur so lange «freundlich», wie der Benutzer es einzusetzen weiss. Pferde, die am Schnurhalfter umhergezerrt und mit Dauerzug geritten werden, weil der Rest der Ausbildung und Erziehung mangelhaft ist, dürften kaum glücklich sein. Vielmehr ist vermutlich ein Pferd besser dran, das mit sorgfältiger Überlegung gut ausgebildet und erzogen wurde sowie fein und mit einem sinnvollen Gebiss geritten wird.</p>
<h2>Kontrolle dank Vertrauen</h2>
<p>Für den anspruchsvollen Freizeitreiter aber bietet das Reiten ohne Gebiss eine schöne Möglichkeit, die Zeit mit dem Pferd bewusster zu verbringen und gemeinsam mit seinem Tier zu lernen. Beim Einsatz von gebisslosen Zäumungen muss sich der Reiter von der Vorstellung lösen, dass Kontrolle und korrektes pferdeschonendes Reiten ausschliesslich durch das Gebiss möglich sind. Er muss sich Gedanken machen, wie er sonst das Pferd lenken, bremsen, kontrollieren und fördern kann.</p>
<blockquote>
<p>Gedanken, die im Idealfall zu einer harmonischen und auf Vertrauen basierenden Zusammenarbeit mit dem Pferd führen.</p>
</blockquote>
<p>Erreichen wir dadurch, dass das Pferd aus Überzeugung unseren Aufforderungen, Ansprüchen und Vorschlägen nachkommt, dann haben wir vermutlich <strong>die grösstmögliche Kontrolle, die wir über das uns kräftemässig sowieso himmelweit überlegene Pferd haben können.</strong></p>
<hr />
<p><em><strong>Bild</strong>: Reitzaum Goethe, hergestellt von <a href="https://dauberg-roth.de/" target="_blank" rel="noopener">Dauberg &amp; Roth.</a> (Hier am 4my.horse-Pferd Luna)</em></p></div>
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				<a href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2024/07/Luna_Goethe.png" class="et_pb_lightbox_image" title="Mereau von Dauberg &amp; Roth"><span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img decoding="async" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2024/07/Luna_Goethe.png" alt="Mereau von Dauberg &amp; Roth" title="Luna_Goethe" /></span></a>
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			</div>
				
				
			</div></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Nasenriemen / Sperrriemen-Selbstversuch</title>
		<link>https://passion.4my.horse/der-nasenriemen-sperrriemen-selbstversuch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke Rosso]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Oct 2016 11:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://passion.4my.horse/fachbeitrag/der-nasenriemen-sperrriemen-selbstversuch/</guid>

					<description><![CDATA[Wird das Pferdemaul mit Riemen verschlossen, wird der gesamte Pferdekörper durch die festgestellten Kiefergelenke unelastisch. Feste Kiefergelenke führen zu einem festen Genick]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_5 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span id="more-6631"></span></p>
<h1>Der Nasenriemen-Selbstversuch</h1>
<h2>Thema Maulfreiheit &#8211; auch bei Kappzaum und Co</h2>
<p><em><strong>Autorin: Anke Roso</strong> (zuerst am 1.11.2016 auf 4my.horse veröffentlicht)</em></p>
<h4></h4></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Liest man den vorhergehenden Beitrag <a href="https://passion.4my.horse/nasenriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">&#8222;Sperr-Riemen un Nasenriemen &#8211; die eingeschränkte Maulfreiheit&#8220; </a> wird klar, dass Riemen, die das Maul zu sehr fixieren, dem Pferd vielfach Schaden zufügen können.</p>
<p>Herr Geitner schreibt in<a href="https://passion.4my.horse/der-sperrriemen/" target="_blank" rel="noopener"> seinem gelungenen Artikel über den Sperrriemen</a>, einen solchen Riemen zu tragen wäre wie ein Dauerlauf mit zusammengebissenen Zähnen. Das klingt plausibel.<strong> Was passiert dabei mit dem Körper?</strong></p>
<h2>Der verlorene Schwung</h2>
<p>Wird das Maul mit Riemen verschlossen, wird der gesamte Körper durch die festgestellten Kiefergelenke unelastisch. Feste Kiefergelenke führen zu einem festen Genick. Der Rücken wird fest und kann nicht mehr durchschwingen. Die Pferde können sich demnach nicht losgelassen bewegen. Wenn der Rücken nicht schwingt, werden über die Muskelketten auch die Gelenke der Extremitäten weniger federn. So die Theorie!</p>
<h2>Aber wie fühlt sich das für das Pferd an?</h2></div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Will man den Zustand simulieren, bei dem unter den Nasen- oder Sperrriemen kein Finger mehr geschoben werden kann, müssten in einem Selbstversuch die Zahnreihen wohl fest aufeinander gedrückt werden. Für untenstehenden Selbstversuch wird eine etwas sanftere Variante gewählt. Der Unterkiefer wird nur leicht geschlossen gehalten, kleine Bewegungen sind möglich. Das dürfte vielen gängigen Kappzaum-Verschnallungen entsprechen.</p>
<p>Menschen, die den Kappzaum nutzen, sind oft gut geschult und nicht daran interessiert ihrem Pferd das Maul zu verbieten. Dennoch funktionieren viele Kappzäume nur – natürlich abhängig von der Arbeitsweise – wenn sie relativ fest sitzen.</p>
<h5>Verrutschen angemessen locker verschnallte Zäume:</h5>
<ul>
<li>kommt das Backenstück oft dem Auge bedrohlich nahe</li>
<li>wird bei Kappzäumen ohne Naseneisen die Einwirkung schwammig</li>
<li>erzeugen Kappzäume mit nicht gutsitzenden Naseneisen Druckspitzen</li>
</ul>
<blockquote>
<p>Hiermit erfolgt die Einladung zum Selbstversuch! Verhindert der zu enge Nasenriemen/Sperrriemen wirklich, dass sich Bewegungsstöße schlechter abfedern?<a class="btn btn-default" href="https://www.4my.horse/fachbeitrag/ist-die-2-finger-regel-noch-zeitgemaess"></a></p>
</blockquote></div>
			</div>
			</div><div class="et_pb_column et_pb_column_2_5 et_pb_column_23  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_18">
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Jetzt wird geturnt!</h2>
<p>Die Voraussetzung für den Selbstversuch ist eine gewisse Grundkondition. Anders lässt sich dieses Experiment nur schwer ausführen. Denn wir atmen bei vermehrter Anstrengung durch den Mund und öffnen dabei den Kiefer.</p>
<p>Da Pferde meist auf weichem Hallenboden gearbeitet werden, findet der Versuch auf einer Gymnastikmatte statt, diese liegt auf einer Wiese. <strong>Das Ziel der nächsten 10 Minuten ist es, die Kiefer nicht zu öffnen und die Zähne aufeinander zu halten</strong> (nicht zu pressen).</p>
<ol>
<li><strong>Minute</strong>: kurzes Aufwärmen. Auf einem Bein stehend habe ich das Gefühl, dass mein Gleichgewicht schlechter ist als sonst. Das wäre mit dem Zungenbein erklärbar und mag ein interessanter Ansatz bei Pferden sein, die Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht haben (Nasen/Sperrriemen lockern und gegebenenfalls Osteopathen das Zungenbein kontrollieren lassen).</li>
<li><strong>Minute:</strong> beim Dehnen fällt auf, wie sich die Spucke im Mund sammelt und es schwer fällt, diese mit geschlossenem Mund abzuschlucken. Ich erinnere mich an Bilder schäumender Pferdemäuler.</li>
<li><strong>Minute</strong>: los geht´s: Hampelmänner, Kniebeugen und kurze Laufeinheiten mit Sprüngen und Laufen auf der Stelle mit hochgezogenen Knien.</li>
<li><strong>Minute: </strong>ich habe das Bedürfnis, meinen Nacken zu dehnen. Etwa seit der dritten Minute. Ich stelle mir vor, mein Reiter lässt mich nicht und halte durch.</li>
<li><strong>Minute:</strong> ich werde kurz „widersetzlich“. Oder, da ich weiblich bin, vermutlich „zickig“. Der Nacken brennt. Ich ignoriere meinen imaginären Reiter. Ich halte kurz inne, dehne mich und lege wieder los. Besser!</li>
<li><strong>Minute:</strong> Das Dehnen hat nur kurz geholfen. Ich bewege ganz leicht den Unterkiefer, weil ich langsam Kopfschmerzen bekomme. Wäre ein Sperrriemen straff gezogen, ginge nicht einmal das!</li>
<li><strong>Minute</strong>: Faszinierend: Ich dachte erst, es ist Einbildung, doch es wird mit zunehmender Minutenzahl immer deutlicher: Mein Rücken, meine Beine, selbst die Fußgelenke federn nicht so wie sonst.</li>
<li><strong>Minute:</strong> Knieschmerzen. Kurz danach bekomme ich Rückenschmerzen, diese sind mir sonst fremd.  Die Waden beginnen zu brennen und Kopfschmerzen setzen ein.</li>
</ol>
<blockquote>
<p>10 Minuten können ziemlich lang sein.</p>
</blockquote>
<p><strong>Ich breche ab</strong>. Sport, auch wenn er anstrengend ist, hinterlässt ein positives Gefühl. Mir hat dieser Versuch insbesondere an Kopf, Genick, Rücken, Knien und Waden nur negative Gefühle beschert.</p>
<p>Ich muss zugeben: Obwohl ich nicht nur berufsbedingt seit vielen Jahren Gegner von Sperrriemen bin, und wir Zäume konstruieren, deren Nasenteil dem Pferd das Abkauen ermöglichen, erschreckt mich dieser Selbstversuch sehr. Mir ist jetzt erst wirklich bewusst, was der enge Nasenriemen für den gesamten Körper an Verspannungen, Schmerzen und Verschleiß bedeuten kann.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_19">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_3_5 et_pb_column_25  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Äpfel und Birnen</h2>
<p>Dieses kleine Experiment ist sicher nicht 1:1 übertragbar. Aber Äpfel mit Birnen werden nicht verglichen. Die Verbindung der Muskelgruppen und Faszien sind bei Mensch und Pferd nicht unähnlich.</p>
<h2>Kurz angemerkt sei noch:</h2>
<ul>
<li>betrachtet man den Unterkiefer von der Seite, sieht er aus wie ein liegendes „L“. Der vertikale und der horizontale Ast stehen beim Menschen etwa in einem Verhältnis von 1:1, beim Pferd in einem Verhältnis von 1:2. Der horizontale Ast ist also doppelt so lang wie der Vertikale und stellt damit einen großen Hebel dar. Probleme am Kiefer wirken sich daher viel stärker auf das Kiefergelenk aus, als es das beispielsweise beim Menschen tut.</li>
<li>Im Selbstversuch wurden die Arme kaum belastet. Es gab entsprechend „nur“ Beeinträchtigungen und Schmerzen am Kopf und entlang der Wirbelsäule bis in die „Hinterhand“. Beim Pferd dürften die Beeinträchtigungen durch das feste Kiefergelenk an der Vorhand aber deutlich spürbar sein.</li>
<li>Pferde, deren Hufstellung und/oder Beschlag nicht optimal sind, werden zusätzlich „von unten“ beeinträchtigt. Gelenke und Wirbelsäule müssen in diesem Fall deutlich mehr kompensieren.</li>
<li>Der Unterkiefer wird bei falscher Anwendung des Nasenriemens/Sperrriemens noch stärker fixiert</li>
<li>Das Pferd bringt meist mehr als nur 8 Minuten Leistung<a class="btn btn-default" href="https://www.4my.horse/fachbeitrag/ist-die-2-finger-regel-noch-zeitgemaess"></a></li>
</ul></div>
			</div>
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				<span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/10/pferdeschaedel.jpg" alt="Das freie Pferdemaul" title="pferdeschaedel" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/10/pferdeschaedel.jpg 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/10/pferdeschaedel-480x319.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" class="wp-image-6630" /></span>
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				<span class="et_pb_image_wrap has-box-shadow-overlay"><div class="box-shadow-overlay"></div><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="459" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/anatomie.jpg" alt="Das freie Pferdemaul" title="anatomie" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/anatomie.jpg 350w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/anatomie-229x300.jpg 229w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" class="wp-image-6406" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Fazit</h2>
<p>Sich mit geschlossenem Kiefer sportlich zu betätigen ist sehr unangenehm. Man spürt, wie sehr der Körper blockiert, wenn man den Kiefer nicht bewegen kann. Außerdem fühlt sich jeder Bewegungsstoß ungefedert an. Mit geöffnetem Kiefergelenk fängt man diese Bewegungsstöße anders ab. Es ist, als würden die ersten beiden der „6 Beine“ (siehe Kasten) fehlen und damit läuft der Körper nicht rund.</p>
<p>Überträgt man die innerhalb von 8 Minuten auftretenden Probleme aufs Pferd, muss jedem deutlich werden, dass das feste Zuziehen von Riemen am Maul <strong>mehr als nur ein Kavaliersdelikt</strong> ist. Das Maul fixierende Riemen sind mehr als „nur“ unbequem und damit „unfreundlich“ für das Pferd:</p>
<ul>
<li>Der komplette Körper ist betroffen</li>
<li>Die Beeinträchtigungen insbesondere auf die Extremitäten und den Rücken sind enorm</li>
<li>Die Psyche leidet mit. Der Reiter fordert Bewegungsabläufe vom Pferd, die auf Losgelassenheit basieren sollen. Diese wird aber durch das zugesperrte Maul verhindert.</li>
</ul>
<p>Nasenriemen müssen also angemessen locker verschnallt werden, wenn man nicht darauf verzichten kann. Das führt zu weiteren Fragen: Wie locker muss der Nasenriemen verschnallt sein, damit man dem Pferd keinen Schaden zufügt? Gibt es standardisierte Kontrollmethoden? Wo genau wird gemessen? Legt man die Finger dabei übereinander oder nebeneinander?<a class="btn btn-default" href="https://www.4my.horse/fachbeitrag/ist-die-2-finger-regel-noch-zeitgemaess"></a></p>
<p>&nbsp;</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Beiträge zu diesem Thema</h4>
<ul>
<li><a href="https://passion.4my.horse/der-sperrriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Der Sperrriemen</a><em> (Autor: Michael Geitner)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/nasenriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Sperr-Riemen und Nasenriemen – die eingeschränkte Maulfreiheit</a><em> (Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/ist-die-2-finger-regel-noch-zeitgemaess/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Ist die 2-Finger-Regel noch zeitgemäss?</a> <em>(Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/der-nasenriemen-sperrriemen-selbstversuch" target="_blank" rel="noopener">Der Nasenriemen/Sperrriemen-Selbstversuch</a> <em>(Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/pferde-duerfen-ruhig-ihr-maul-aufmachen" target="_blank" rel="noopener">Pferde dürfen ruhig ihr Maul aufmachen</a><em> (Autorin: Doris Paschke)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/wo-wissen-aufhoert-faengt-gewalt-oft/" target="_blank" rel="noopener">Wo Wissen aufhört, fängt Gewalt an</a> <em>(Autorin: Patricia Wegmann) </em></li>
</ul></div>
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			</div></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Sperrriemen</title>
		<link>https://passion.4my.horse/der-sperrriemen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Geitner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2024 17:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://passion.4my.horse/fachbeitrag/der-sperrriemen/</guid>

					<description><![CDATA[Der Erfinder des Englischen Kombinationshalfters hatte ursprünglich eine wirklich gute Idee. Die Schlaufe, die vorne am Nasenband angebracht ist, wurde komplett anderes verwendet als heute. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_6 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>Der Riemen, der den Pferden das Leben schwer macht</h1>
<h2>Eine zweckentfremdete Aufgabe</h2>
<p><em><strong>Autor: Michael Geitner</strong> (Erstveröffentlichtung auf 4my.horse am 25.3.2016)</em></p>
<p>Ich höre oft landläufige &#8222;Argumente&#8220; für die Benutzung des Sperrriemens (Kinnriemen) wie <em>&#8222;Mein Pferd streckt sonst die Zunge raus&#8220;</em> oder</p>
<blockquote>
<p>Das Pferd sträubt sich sonst gegen die Trense.</p>
</blockquote>
<p>Der Erfinder des Englischen Kombinationshalfters hatte <strong>ursprünglich eine wirklich gute Idee</strong>. Die Schlaufe, die vorne am Nasenband angebracht ist, wurde komplett anderes verwendet als heute. Es wurde der Riemen jeweils links und rechts durch das Gebiss, und zwar von innen nach außen, verschnallt. So konnte der Zug auf das Gebiss beschränkt werden und der Druck auf den Nasenrücken weiter gegeben werden.</p>
<p><span style="line-height: 20.8px;">Zudem fand der Sperrriemen Verwendung in der Kavallerie, wo er für die Bedürfnisse des </span><strong style="line-height: 20.8px;">Militärs </strong><span style="line-height: 20.8px;">weiterentwickelt und angepasst wurde. Um bei Stürzen zu verhindern, dass sich die Pferde durch weit geöffnete Mäuler den Unterkiefer brachen, wurde ihnen der Unterkiefer mittels Sperrriemen zugeschnürt. Dadurch verringerten sich die Kieferbrüche der damaligen Pferde um 80%.</span></p>
<p>Wahrscheinlich seit den späten 70igern kommt dem Sperrriemen nun eine sehr unglückliche, <strong>zweckentfremdete Aufgabe</strong> zu, nämlich dem Pferd das Leben schwer zu machen.<a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/03/pferd_mit_sperrriemen.jpg" title="Wenn die Kieferfreiheit eingeschränkt ist"></a></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_16">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/03/reiter_im_krieg.jpg" alt="Pferde im Kriegseinsatz" title="Pferde im Kriegseinsatz" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/03/reiter_im_krieg.jpg 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/03/reiter_im_krieg-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" class="wp-image-6464" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Fakten</h2>
<h5><span style="line-height: 20.8px;">Folgende Fakten sprechen GEGEN den Einsatz des Sperrriemens:</span></h5>
<p>Was der Sperrriemen sehr deutlich einschränkt und zum Teil auch stark behindert, ist das Abschlucken des Speichels. Wenn nämlich sein Maul zugeschnürt wird, kann das Pferd nicht mehr durch das leichte Öffnen des Mauls den Druck des Trensengebisses auf den Gaumen abmildern. An der Stelle, an der das Trensengebiss gegen den Gaumen drückt, sitzen aber Nervenrezeptoren, die den Schluckreflex unterbinden und <strong>den Deckel des Kehlkopfes blockieren.</strong> Dadurch entsteht das Einspeicheln des Pferdes, was also in erster Linie ein Zeichen dafür ist, dass das Pferd seinen Speichel nicht abschluckt, aber noch lange kein Hinweis darauf, dass das Pferd korrekt &#8222;durch das Genick&#8220; geht.</p>
<h2>Der Säurepuffer Speichel</h2>
<p>Das kann jeder an sich selbst ausprobieren: Wenn man mit einem Löffel an den Gaumen drückt, dann kann man seinen Speichel nicht mehr abschlucken und es entsteht zudem ein Würgereiz. Neben vielen anderen Funktionen bildet der Speichel einen natürlichen Schutz der Magenschleimhäute des Pferdes. Wir wissen heute, dass etwa die Hälfte aller Pferde im Freizeitsport und sogar 80% der Pferde im Leistungs- und Hochleistungssport unter <strong>Magenproblemen </strong>leiden. Denn der Speichel erfüllt neben dem rein mechanischen Abtransport des bereits im Maul zerkauten Nahrungsbreis aus der Maulhöhle in den Magen noch eine Reihe weiterer ganz wichtiger Funktionen. Im Speichel befinden sich wichtige Mineralien, vor allem Natriumbikarbonat, das als chemischer &#8222;Puffer&#8220; eine Übersäuerung des Magens verhindert. Fehlt nun dieser Speichel als Säurepuffer, kommt es schnell zu einer Übersäuerung des Magens.</p>
<p>Ist die Magenschleimhaut zum Beispiel durch Stress an manchen Stellen dünner als normalerweise, führt eine Übersäuerung des Mageninhaltes an diesen Stellen zu einem Magengeschwür, da die Magensäure &#8211; <strong>übrigens fast reine Salzsäure</strong> &#8211; an diesen Stellen die &#8222;Schutzhülle&#8220; der Magenwände einfach wegfrisst. Dieses Problem ist NICHT zu unterschätzen, da eine Erkrankung des Magens das Pferd sehr unrittig machen kann, weil es durch Anspannung der Muskulatur immer wieder versucht, den schmerzenden Magen ruhig zu stellen, damit die Magensäure nicht so viel herumschwappt.</p>
<h2>Das freie Kiefergelenk</h2>
<p><span style="line-height: 20.8px;">Der nächste Punkt gegen den Einsatz des Sperrriemens ist die eingeschränkte Freiheit des Kiefergelenks. Man hat festgestellt, dass, wenn das Kiefergelenk nicht richtig arbeitet bzw. festgeklemmt oder festgehalten wird, die Muskulatur des Kiefers Bewegungsstöße des Körpers, z.B. beim Laufen, nicht mehr abfedern kann. Wenn wir also einen Dauerlauf mit zusammengebissenen Zähnen laufen würden, dann würden wir uns derart die Wirbel der Wirbelsäule prellen, dass wir am Abend nicht mehr wüssten, wie wir uns überhaupt bewegen sollen. Die Pferde müssen das tagaus, tagein erleiden, und die Praxis des Sperrriemens kann </span><strong style="line-height: 20.8px;">Gelenkschäden bis hinunter zu den Fesselgelenken </strong><span style="line-height: 20.8px;">zur Folge haben. Man sagt daher: Das Kiefergelenk ist der erste Halswirbel.</span></p>
<p>Neben der Sicherstellung der Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule ist die Kieferfreiheit zudem ganz wichtig für die Speichelproduktion, die vor allem durch die Ohrspeicheldrüse gesteuert wird. Ein festgezogener Sperrriemen verhindert die Kieferfreiheit und das Pferd kann nicht mehr kauen. Das ist aber eine Grundvoraussetzung, um Speichel zu produzieren und abfließen zu lassen. Dem Pferd steht keine ausreichende Menge an Speichel zur Verfügung und der vorhandene Speichel kann nicht abgeschluckt werden. Und das gerade in der stressigsten Zeit, im Training. <strong>Da brauchen die Pferde ihren Speichel nämlich am nötigsten.</strong></p>
<p>Zudem verläuft genau an dem Punkt, wo der Sperrriemen sitzt, die Austrittsstelle (For. Mentale) eines empfindlichen Nervs, dem Nervus mentales, der für die Haut, Muskulatur, Schleimhaut der Unterlippe, sowie für das Kinn zuständig ist.</p>
<p><strong>Um es auf den Punkt zu bringen, formuliere ich das Problem des Sperrriemens folgendermaßen:</strong></p>
<blockquote>
<p>Ich würde mir wünschen, dass die verschwendete Energie, die die Pferde aufbringen (müssen), um sich gegen den Sperrriemen zu wehren, als freie zusätzliche Energie für das zur Verfügung steht, was die Pferde leisten können.</p>
</blockquote>
<p>Wenn man die für den Kampf gegen den Sperrriemen eingesetzte Konzentration im Training zusätzlich zur Verfügung hätte, um sie für das Lernverhalten des Pferdes einzusetzen, dann wäre jeder, der von dieser Energie und Konzentration Gebrauch macht, <strong>gleich um Klassen besser,</strong> als derjenige Standard, den man sich mühsam gegen den Sperrriemen erkämpft hat.<a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/03/pferd_mit_sperrriemen.jpg" title="Wenn die Kieferfreiheit eingeschränkt ist"></a></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_17">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img alt="" alt="" loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/03/pferd_mit_sperrriemen.jpg" alt="" title="pferd_mit_sperrriemen" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/03/pferd_mit_sperrriemen.jpg 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2016/03/pferd_mit_sperrriemen-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" class="wp-image-6465" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Beiträge zu diesem Thema</h4>
<ul>
<li><a href="https://passion.4my.horse/der-sperrriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Der Sperrriemen</a><em> (Autor: Michael Geitner)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/nasenriemen/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Sperr-Riemen und Nasenriemen – die eingeschränkte Maulfreiheit</a><em> (Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/ist-die-2-finger-regel-noch-zeitgemaess/" target="_blank" rel="noopener" title="Zum Beitrag">Ist die 2-Finger-Regel noch zeitgemäss?</a> <em>(Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/der-nasenriemen-sperrriemen-selbstversuch" target="_blank" rel="noopener">Der Nasenriemen/Sperrriemen-Selbstversuch</a> <em>(Autorin: Anke Roso)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/pferde-duerfen-ruhig-ihr-maul-aufmachen" target="_blank" rel="noopener">Pferde dürfen ruhig ihr Maul aufmachen</a><em> (Autorin: Doris Paschke)</em></li>
<li><a href="https://passion.4my.horse/wo-wissen-aufhoert-faengt-gewalt-oft/" target="_blank" rel="noopener">Wo Wissen aufhört, fängt Gewalt an</a> <em>(Autorin: Patricia Wegmann) </em></li>
</ul></div>
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			</div></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Westernsattel und seine Anpassung</title>
		<link>https://passion.4my.horse/der-westernsattel-und-seine-anpassung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beatrice Hohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Sep 2022 18:37:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://passion.4my.horse/fachbeitrag/der-westernsattel-und-seine-anpassung/</guid>

					<description><![CDATA[Der Sattel ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für Pferd und Reiter. Pferdebesitzer sollten deshalb die grundlegenden Passformregeln kennen und in der Lage sein, diese in der Praxis zu überprüfen. Mit diesem Buch lernen Interessierte, die Sattelpassform selber einzuschätzen. Passt der Sattel zum Pferd? Autorin: Anke Wiedenroth Der Sattel ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für Pferd und Reiter. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Sattel ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für Pferd und Reiter. Pferdebesitzer sollten deshalb die grundlegenden Passformregeln kennen und in der Lage sein, diese in der Praxis zu überprüfen. Mit diesem Buch lernen Interessierte, die Sattelpassform selber einzuschätzen.</p>
<p><span id="more-6583"></span></p>
<h1>Passt der Sattel zum Pferd?</h1>
<p><em>Autorin: Anke Wiedenroth</em></p>
<p>Der Sattel ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für Pferd und Reiter. Pferdebesitzer sollten deshalb die <strong>grundlegenden Passformregeln</strong> kennen und in der Lage sein, diese in der Praxis zu überprüfen. Dabei es ist von enormer Bedeutung, dass der Sattel sowohl zum Pferd, als auch zum Reiter passt. Dies selbst einzuschätzen, lässt sich lernen und ist gar nicht so schwer, wie oft angenommen.</p>
<p>Immer wieder führen Fehleinschätzungen zu einem Leidensweg für Pferd und Reiter. So wird ein zu weiter Sattel mit angeblicher guter Schulterfreiheit verkauft, hohlliegende Sättel sollen dem Pferd das Aufwölben des Rückens erleichtern oder auf die Länge des Westernsattels wird gar nicht geachtet. Hier hilft schon fundiertes Basiswissen, um offensichtliche Passformmängel schnell zu erkennen und<strong> kostspielige Fehler beim Sattelkauf </strong>zu vermeiden. Das schont langfristig die Gesundheit von Pferd und Reiter, denn unpassende Sättel führen in der Regel bei beiden zu deutlichen Problemen.</p>
<p><a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/westernsattel.jpg" title="Der Westernsattel"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6581" alt="Der Westernsattel" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/westernsattel.jpg" width="1200" height="400" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/westernsattel.jpg 1200w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/westernsattel-980x327.jpg 980w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/westernsattel-480x160.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1200px, 100vw" /></a></p>
<h2>Praxisnahe Anleitung</h2>
<p>Lebendig, anschaulich und praxisnah führen die Autoren, Pferdetherapeutin Anke Wiedenroth und Sattelbauer Detlef Wilhelm, in die Materie Westernsattel ein und vermitteln verständlich Aufbau, Passformkriterien und deren praktische Überprüfung für Anfänger und interessierte Pferdebesitzer, aber auch für Tierärzte und Trainer. Tipps und Tricks rund um den Westernsattel bereichern das Buch, an dessen Ende ein <strong>Satteltestbogen </strong>die schrittweise Überprüfung von Westernsätteln erleichtert.</p>
<blockquote>
<p>Es wird viel davon geredet, dass Pferde nur mit passendem Sattel leistungsfähig sind. Das ist grausam.</p>
</blockquote>
<p>Ein Pferd ist kein Auto, das mit besseren Reifen mehr Leistung bringt. Es geht nicht darum, ein leistungsfähiges Pferd zu bekommen, sondern <strong>ein losgelassenes, entspanntes Pferd mit einem glücklichen Reiter.</strong> Den Rest bekommt man geschenkt.</p>
<p><a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/bestandteile.png" title="Einblick ins Buch"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6582" alt="Einblick ins Buch" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/bestandteile.png" width="400" height="400" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/bestandteile.png 400w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/bestandteile-300x300.png 300w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/bestandteile-150x150.png 150w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/09/bestandteile-100x100.png 100w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a></p>
<p>Der Sattel muss eine Verbindung zwischen Pferd und Mensch schaffen können, der beiden erlaubt, sich unter und auf dem Sattel entspannt bewegen zu können. Das ist neben vielen anderen Punkten der Schlüssel zur Harmonie und die Lösung etlicher chronischer Schmerzen, Lahmheiten und sogenannter Widersetzlichkeiten, mit denen das Pferd lediglich auf seine Art und Weise ausdrückt, dass etwas nicht stimmt. Hören Sie ihm zu und überprüfen Sie Ihren Sattel.&#8220;</p>
<hr />
<h2>Aus dem Inhalt:</h2>
<ul>
<li>Die verschiedenen Westernsatteltypen und welcher ist für welchen Reiter geeignet?</li>
<li>Der Aufbau des Baumes, Gulettweite, -höhe, Winkelung, Schwung, Twist, Länge etc.</li>
<li>Was sind &#8222;Blocked-In-Skirts&#8220; und warum sind sie von großer Bedeutung?</li>
<li>Der weitere Aufbau des Sattels, Riggingpositionen und -arten, Sitzaufbau u.v.m.</li>
<li>Betrachtung des Pferderückens, Muskulatur, Asymmetrien u.v.m.</li>
<li>Die zuvor beschriebene Gulettweite, -höhe, Winkelung, Schwung, Twist, Länge, Rigging etc. bebildert und mit Überprüfungsgriffen am Pferd erklärt</li>
<li>Der Sitz des Reiters, das Schwitzbild des Pferdes, Sattelunterlagen und weitere für die Passform wichtige Themen</li>
<li>Maßanfertigung, Sattel von der Stange, oder ein gebrauchter Sattel?</li>
<li>Antworten auf häufig gestellte Fragen, wie das Knarzen der Sättel, die richtige Pflege, was tun bei Schimmelbefall</li>
<li>Praktischer Satteltestbogen mit Seitenangaben zum Nachschlagen.</li>
</ul>
<blockquote>
<p>Schnell gefunden &#8211; schnell überprüft &#8211; kein Passformkriterium vergessen</p>
</blockquote>
<h4>&nbsp;</h4>
<h4><a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2023/05/buch_mit_checkliste.jpg" title="Beschreibung der Bestandteile"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6362" alt="Beschreibung der Bestandteile" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2023/05/buch_mit_checkliste.jpg" width="800" height="524" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2023/05/buch_mit_checkliste.jpg 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2023/05/buch_mit_checkliste-480x314.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" /></a></h4>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p class="rtecenter"><a class="btn btn-default" href="https://shop.dauberg-roth.de/angebote/" target="_blank" rel="noopener">Buch für € 22.99 statt € 29.90 bestellen</a></p>
<p class="rtecenter">&nbsp;</p>
<p>Sobald das vergünstigte Buch bei <a href="https://shop.dauberg-roth.de/angebote/" target="_blank" rel="noopener">Dauberg-Roth</a> nicht mehr vorrätig ist, kann es auch bei Amazon bestellt werden&nbsp;(click auf&#8217;s Bild):</p>
<p><a href="https://www.amazon.de/Westernsattel-seine-Anpassung-Anke-Wiedenroth/dp/3935985568?adgrpid=3110248638&amp;dchild=1&amp;hvadid=80814136810308&amp;hvbmt=be&amp;hvdev=c&amp;hvlocint=66&amp;hvlocphy=175&amp;hvnetw=s&amp;hvqmt=e&amp;hvtargid=kwd-80814226857108%3Aloc-175&amp;keywords=der+westernsattel+und+seine+anpassung&amp;qid=1631542243&amp;sr=8-2&amp;linkCode=li3&amp;tag=wwwfourelseco-21&amp;linkId=f45d0d4bd9014f5007e0b9dc181f5d9d&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_il" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" border="0" src="//ws-eu.amazon-adsystem.com/widgets/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=3935985568&amp;Format=_SL250_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=wwwfourelseco-21&amp;language=de_DE" /></a><img loading="lazy" decoding="async" alt="" border="0" height="1" src="https://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=wwwfourelseco-21&amp;language=de_DE&amp;l=li3&amp;o=3&amp;a=3935985568" style="border:none !important; margin:0px !important;" width="1" /></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>An die Kandare nehmen?</title>
		<link>https://passion.4my.horse/die-kandare-nehmen/</link>
					<comments>https://passion.4my.horse/die-kandare-nehmen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Passion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Feb 2022 10:36:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
		<category><![CDATA[Reitmagazin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://passion.4my.horse/fachbeitrag/die-kandare-nehmen/</guid>

					<description><![CDATA[Die Passion hat&#160; bei der bekannten Ausbilderin und Dressurreiterin Uta Gräf aus dem südwestdeutschen Bundesland Rheinland-Pfalz nachgefragt, wie ihre Sicht auf das Thema &#8222;Kandare&#8220; aussieht. Zudem meldet sich die süddeutsche Ausbilderin Sabine Ellinger zu Wort, um ein viel diskutiertes Thema ein wenig zugänglicher zu machen. Denn vor allem kommt es bei dieser Zäumung auf feines [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Passion hat&nbsp; bei der bekannten Ausbilderin und Dressurreiterin Uta Gräf aus dem südwestdeutschen Bundesland Rheinland-Pfalz nachgefragt, wie ihre Sicht auf das Thema &#8222;Kandare&#8220; aussieht. Zudem meldet sich die süddeutsche Ausbilderin Sabine Ellinger zu Wort, um ein viel diskutiertes Thema ein wenig zugänglicher zu machen. Denn vor allem kommt es bei dieser Zäumung auf feines Reiten an.</p>
<p><span id="more-7942"></span></p>
<h1>An die Kandare nehmen?<strong> </strong></h1>
<h2>Ein genauer Blick auf eine viel diskutierte Zäumung</h2>
<p><em>Autorin: Alexandra Koch für das<a href="https://www.4my.horse/online-praesenz/passion-das-schweizer-reitmagazin-prosell-ag" target="_blank" rel="noopener"> Schweizer Reitmagazin PASSION</a></em></p>
<p><strong>Das Wort „Kandare“ stammt aus dem Ungarischen („kantár“) und bedeutet nichts anderes als „Zaumzeug“. Dies verdeutlicht, dass in vergangenen Jahrhunderten die Zäumung auf Kandare nicht weiter diskutiert wurde. Auf zahllosen alten Gemälden oder den Kupferstichen und Zeichnungen, welche die berühmten Reitmeister des 17. Jahrhunderts an den Höfen in Frankreich und in Italien zeigen, sind die abgebildeten Pferde auf Kandare gezäumt. </strong></p>
<p><strong>Dennoch ist es keineswegs eine „Modeerscheinung“, dass man heute genauer hinsieht und eine Zäumung wie die Kandare in Frage stellt. Denn eine Tatsache ist unumstößlich: In ungeübten Händen bzw. falsch angepasst kann die Kandare dem Pferdekörper Schmerzen und Verletzungen zufügen. </strong></p>
<p><strong>Die Passion hat&nbsp;daher bei der bekannten Ausbilderin und Dressurreiterin Uta Gräf aus dem südwestdeutschen Bundesland Rheinland-Pfalz nachgefragt, wie ihre Sicht auf das Thema aussieht. Zudem meldet sich die süddeutsche Ausbilderin Sabine Ellinger zu Wort, um ein viel diskutiertes Thema ein wenig zugänglicher zu machen. Denn vor allem kommt es bei dieser Zäumung auf feines Reiten an.</strong></p>
<p><a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Kandare.png" title="BESCHREIBUNG"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-7938" alt="Kandare" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Kandare.png" width="800" height="533" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Kandare.png 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Kandare-480x320.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" /></a></p>
<h2>Kein Nonplusultra</h2>
<p>Grundlegend versteht man unter der Kandare ein Stangengebiss. Es ist nicht gebrochen und hat dadurch eine starke Hebelwirkung. Ober- und Unterbaum an den Seiten bilden einen Hebel. Bei der klassischen Dressurkandare kommt zur Kandarenstange eine Unterlegtrense hinzu. Es gibt andere Kandaren (Springkandare, Islandkandare&#8230;), welche auf die Unterlegtrense verzichten. Bei der klassischen Dressurkandare bildet die Kinnkette einen weiteren Teil der Zäumung. Im Reitsport darf die Kandare ab Klasse L zum Einsatz kommen. Besonders bekannt ist es als Gebiss von Dressurpferden der Klasse S.</p>
<p>Uta Gräf möchte gleich zu Beginn auf ein wichtiges Thema eingehen: Die Pflicht zum Reiten mit Kandare in Prüfungen der Klasse S, die in Deutschland nach wie vor besteht. Die FEI hatte diese Pflicht bei Prüfungen 2019 ausgesetzt und bei internationalen Prüfungen bis Zwei-Sterne-Niveau (CDI1* and 2*, CDIO2*) eine Wahlfreiheit zwischen Trense und Kandare erlassen. Für CDI/CDIO3*/4*/5*/U25 besteht die Pflicht bei internationalen Prüfungen allerdings nach wie vor.</p>
<p>In der Schweiz ist in der kleinen und großen Tour in Klasse S sowie auf L- und M-Niveau die Wahlfreiheit zwischen Kandare und Trense gegeben (Dressur-Reglement der FNCH: „Zäumung für die Prüfungen der Stufen L, M und S (kl. u. gr. Tour) wahlweise Trensen (exkl. Unterlegtrense) oder Kandarenzäumungen.“)</p>
<p>„Diese Wahlmöglichkeit finde ich am Reglement in der Schweiz und anderen Ländern wie Luxemburg und Österreich sehr gut“, erklärt Gräf. „Da sind sie echte Vorreiter, denn warum sollte man jedes Pferd zwangsläufig auf Kandare reiten müssen. Einige gehen auf Trense deutlich besser. Die Kandare ist kein Nonplusultra für das Reiten in den höheren Klassen! Wichtig ist aber, dass es keine Differenzierung in der Notenverteilung geben darf. Es darf kein Vorteil sein, wenn man auf Kandare oder Trense reitet. Das muss exakt gleich bewertet werden – und dann sehe ich keinen Hinderungsgrund, dem Reiter diese Wahlfreiheit zu überlassen!“</p>
<h2>Gebiss mit Geschichte</h2>
<p>Der Gebrauch der Kandare wurde erstmals in arabischen Schriften um das Jahr 650 n. Chr. erwähnt. Auch die ungarischen Reitervölker sollten im Frühmittelalter eine kandarenähnliche Zäumung genutzt haben, um ihre Pferde besser kontrollieren zu können. Sie nutzten zusätzlich zur normalen Trense ein weiteres Gebiss und Zügel. Daher rührt auch der bereits erwähnte Wortursprung des Begriffes.</p>
<p>Die „Kandare“ ist im Deutschen erst seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Zu jener Zeit wurde diese im Zuge der barocken Reiterei an den Höfen Europas von den Meistern jener Zeit wie Pluvinel genutzt. Er war einer der Reformatoren, der mit viel Lob anstatt strengen Strafen beim Pferd arbeitet. François Robichon de la Guérinière ritt etwa 100 Jahre später stets einhändig, womit eine besonders feine Handhabung möglich wurde. Neben der Kandare nutzte er auch Trensengebisse. Er sah die Zügelhilfen als Bewährungsprobe für feines Reiten und arbeitete erstmals mit den Begriffen der heutigen Skala der Ausbildung.</p>
<p>Uta Gräf zeigt mit einem Zitat von Xenophon, dem griechischen Reiterführer aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, was bei der Reiterei immer besonders wichtig ist. „Deine Hand darf unter keinen Umständen das Pferd im Maul stören. Erziehe dich dazu, in jedem Fall Ruhe zu bewahren und deine Emotionen zu kontrollieren.“ Die stammt zwar aus einer Zeit, wo die Kandare als solche noch nicht genutzt wurde, aber spricht das an, was auch bei ihrer Nutzung immens wichtig erscheint. Im 16. Jahrhundert wurden die Schriften Xenophons erstmals in mehrere Sprachen übersetzt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.</p>
<p>Uta Gräf erklärt, dass es immer wieder Reiter gibt, die eine neue Reitweise propagieren und alles Althergebrachte überholen wollen. Sie verweist auf die alten Meister und auf Harry Boldt mit seinem großartigen Buch „Das DressurPferd“ (1978, als Neuauflage von 2011) und betont, dass „Fair zum Pferd“ sein vor allem anderen steht. Dies stellten auch viele der alten Meister in den Vordergrund. „Es sollte ein Ziel sein zu zeigen: Klassische Dressurausbildung geht immer noch. Und sie geht gut!“ Allerdings sollte auch auf Offenheit, neuen, sinnvollen Regeln gegenüber – wie eben im Falle der Kandare – nicht verzichtet werden.</p>
<p><a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Priska_Reutimann.png" title="BESCHREIBUNG"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-7939" alt="Priska Reutimann" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Priska_Reutimann.png" width="800" height="533" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Priska_Reutimann.png 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Priska_Reutimann-480x320.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" /></a></p>
<p><em>Zweite im M22 in Ibach, geritten auf Trense: Priska Reutimann auf Charm</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Kandare – eine Zäumung mit Fragezeichen</h2>
<p>Die Kandare hat in Reiterkreisen schon so manche Diskussion losgetreten. Sie kann – in geschulten Händen – zur Verfeinerung der Hilfen beitragen, aber bei ungeübten Reitern auch das Gegenteil und schlimmstenfalls gesundheitliche Schäden beim Pferd bewirken.</p>
<p>Die Hilfengebung muss in jeder Hinsicht immer fein vor sich gehen. Das gilt nicht nur bei der Zäumung auf Kandare, sondern für jegliches Gebiss. „Es gilt, den treibenden Impuls von Kreuz und Schenkeln aus der Hinterhand über den Rücken und das Genick des Pferdes am Gebiss in der Hand federnd entgegenzunehmen“, betont Gräf. „Eine uralte Weisheit lautet: Nur so viel in die Hand bekommen, wie man von hinten hineintreibt. Die Kunst ist es dann, sofort nach dem kurzen Moment des „Abstoßens“ vom Gebiss eine ganz feine Verbindung anzubieten, die dem Pferd angenehm ist.“ Bei der Kandare ist wichtiger denn je, dass die Hand des Reiters vollkommen unabhängig vom Sitz des Reiters agiert.</p>
<p>Dressurausbilderin Sabine Ellinger aus der Nähe von Stuttgart, die wie Gräf immer wieder zu Kursen in die Schweiz fährt, betont, dass an gutem Reiten stets intensiv gearbeitet werden sollte. „Feinfühliges Reiten mit feiner Hand und das Herantreten des Pferdes an alle vier Zügel ist das Ziel beim Reiten auf Kandare.“</p>
<h2>Ein bedeutsamer Schritt</h2>
<p>Für Dressurpferde, die für das höchste Leistungsniveau ausgebildet werden, steht der Schritt irgendwann während der Ausbildung bevor, dass sie viel Metall (Kandare und Unterlegtrense) im Mund tragen. Ein großer Schritt für ein junges Pferd. Für einen Reiter, der sich mit der Handhabung von zwei Zügeln pro Hand noch nicht auskennt, gilt exakt das Gleiche. Und so muss beim Erarbeiten des Reitens auf Kandare in jeder Hinsicht viel Zeit eingeplant werden. Bevor das Pferd erstmals mit den zwei Gebissen im Maul geritten wird, sollte es alle Lektionen der Klasse L sicher beherrschen, betonen Gräf und Ellinger gleichermaßen. „Das Niveau, das Reiter und Pferd bei Prüfungen der Klasse L erreicht haben, kann als guter Maßstab dienen, wann man erstmals über den Nutzen einer Zäumung auf Kandare nachdenken kann“, so Uta Gräf.</p>
<p>Dressurausbilderin Sabine Ellinger erklärt, dass sowohl Reiter als auch Pferd ein gewisses Niveau vorweisen müssen, um mit dem Reiten auf Kandare zu beginnen. „Meine Erklärung dazu lautet: Kandarenreif ist ein Reiter, wenn er einhändig auf Trense alle Seitengänge reiten kann. Kandarenreif ist ein Pferd, wenn es sich einhändig auf Trense in allen Seitengängen reiten lässt.</p>
<p><a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Sabine_Ellinger.png" title="BESCHREIBUNG"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-7940" alt="Sabine Ellinger" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Sabine_Ellinger.png" width="800" height="533" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Sabine_Ellinger.png 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Sabine_Ellinger-480x320.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" /></a></p>
<p><em>Sabine Ellinger mit Marujo</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Passform wichtig</h2>
<p>Uta Gräf betont, dass es sehr wichtig ist, dass die Kandare dem Pferd exakt passt. „Das Gebiss wirkt viel stärker als eine Trense auf das Pferdemaul und Genick ein. Eine unpassende Kandare würde in jedem Fall Schmerzen verursachen.“ Ist das Gebiss zu breit, kann es sich verkanten und einseitig stärkeren Druck erzeugen. Wenn die Stange zu schmal ist, können Ober- und Unterbaum seitlich einengen und an den Lefzen scheuern. „Die Kandare und Unterlegtrense müssen sorgfältig für das jeweilige Pferd ausgewählt und angepasst werden. Dicke der Gebisse, Zungenfreiheit und Länge der Bäume sind ganz individuell zu sehen. Das erfordert Zeit und viel Ausprobieren“, betont Sabine Ellinger.</p>
<p>Uta Gräf hat einen Tipp parat für all jene Pferde, die auf S-Niveau mit Kandare geritten werden sollen, aber mit dem vielen Metall im Mund nicht so gut zurechtkommen: „Hier habe ich gute Erfahrungen gemacht mit Kandaren aus Kunststoff. Diese werden von den Pferden oft besser angenommen. Allerdings finde ich, wie ich bereits zu Anfang betont habe, viel mehr Nutzen darin, keinen Zwang zur Kandare in den höheren Klassen mehr zu haben.“</p>
<h2>Was dem Pferd gut tut</h2>
<p>Uta Gräf sieht kein Problem darin, Lektionen der höchsten Klasse auch auf Trense zu reiten. „Der Großteil meiner Pferde wird die meiste Zeit auf Trense geritten. Diese nutze ich auch bei Lektionen auf S-Niveau. Allerdings rate ich jedem Reiter, sein Pferd immer genau zu beobachten – oder zusätzlich durch einen Trainer bzw. erfahrenen Reitlehrer beobachten zu lassen. Wie reagiert das Pferd auf die jeweilige Zäumung? Es gibt durchaus Pferde, die lassen sich auf Kandare um ein Vielfaches besser und feiner reiten. Dann sollte da auch kein Hinderungsgrund bestehen.“</p>
<p>Sie vergleicht das Thema mit der Tatsache, dass manche Reiter niemals mit Sporen reiten würden, obgleich diese nicht selten viel gezieltere und feinfühligere Hilfengebung bewirken können. Ein Abstumpfen sei ja oft viel mehr gegeben, wenn das Pferd ständig mit den Hacken „bearbeitet“ würde, selbst wenn dies unbewusst geschieht. Die Kandare zu verteufeln sei daher unangemessen. Dennoch sollte der Einstieg langsam und Schritt für Schritt geschehen.</p>
<p>„Ich mache gern den Ratschlag, dass der Reiter sein Pferd ja, solange er für sich selbst unterwegs ist und trainiert, dies auf Trense tun kann. Und im Unterricht oder bei Lehrgängen übt er sich im Reiten auf Kandare. Der Vorteil ist, dass er in diesem Fall einen erfahrenen Beobachter vom Boden hat, der oft viel mehr sieht als was der Reiter oben auf dem Pferderücken wahrnimmt. Das gilt vor allem dann, wenn der Reiter in seinem ersten Stunden auf Kandare sich selbst auf seine Hände und die auf einmal vier Zügel darin konzentrieren muss.“</p>
<p>Gräf betont, dass Reiter immer auch gute Beobachter sein müssen. „Für das Reiten auf Kandare gilt, dass man es richtig macht, wenn das Pferd sich daraufhin auch auf Trense besser reiten lässt. Daher sollte der Reiter auch immer wieder zwischen den unterschiedlichen Gebissen wechseln und seine Beobachtungen notieren und diese gegebenenfalls mit dem Reitlehrer auswerten.“</p>
<p>Niemals darf das Reiten auf Kandare dazu dienen, schneller an sein gewünschtes reiterliches Ziel zu kommen bzw. die Ausbildung des Pferdes zu „beschleunigen“. „In diesem Fall ist sie völlig fehl am Platze“, betont Uta Gräf.</p>
<p><a class="fmh-colorbox rechts" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Uta_Graef.png" title="BESCHREIBUNG"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-7941" alt="Uta Gräf" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Uta_Graef.png" width="800" height="533" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Uta_Graef.png 800w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/Uta_Graef-480x320.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" /></a></p>
<p><em>Uta Gräf mit San Diamond</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>In vielen Reitweisen vorhanden</h2>
<p>Auch wenn die meisten Beobachter die Kandare wohl aus dem Dressursport kennen, ist sie längst nicht nur dort verbreitet. Besonders häufig sieht man die Kandare auch in der Barockreiterei, als Westernkandare und in der Working Equitation. „Mein Ehemann Stefan Schneider ist in der Working Equitation unterwegs und beschreibt, dass das Reiten auf Kandare in der dortigen „Master Class“ eine besonders feinfühlige Hilfengebung ermöglicht. In dieser Klasse wird ausnahmslos einhändig auf Kandare ohne Unterlegtrense geritten. In den niedrigeren Klassen werden Gebisse mit Hebelwirkung mit zwei paar Zügeln geritten.“ Die Grundausbildung des Pferdes erfolgt in der Working Equitation allerdings wie im klassischen Dressursport auf Trense.</p>
<p>Uta Gräfs Fazit zur Kandare lautet, dass diese auch jenseits des großen Sports eingesetzt werden kann, sofern sich das Pferd damit besser reiten lässt.</p>
<blockquote>
<p>„Voraussetzung ist allerdings immer gefühlvolles Reiten und eine feinfühlige Hand.“</p>
</blockquote>
<hr />
<p><strong>Buchtipps:</strong></p>
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]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Wahl des richtigen Gebisslos-Zaumes</title>
		<link>https://passion.4my.horse/die-wahl-des-richtigen-gebisslos-zaumes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beatrice Hohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Feb 2022 08:39:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
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					<description><![CDATA[Zu schockierend sind die Bilder aus diversen Reitsport-Disziplinen aller Stufen, wo Pferde mit aufgerissenen oder zugeschnürten Mäulern, Schlaufzügeln und scharfen Gebissen Höchstleistungen bringen sollen. Viele sehr junge Reiter möchten ohne Gewalt, Zwang und Einengung auskommen, und deshalb auf das Gebiss verzichten, um ihrem Pferd etwas Gutes zu tun. Und auch bei den Reitern, die längst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height: 20.8px;">Zu schockierend sind die Bilder aus diversen Reitsport-Disziplinen aller Stufen, wo Pferde mit aufgerissenen oder zugeschnürten Mäulern, Schlaufzügeln und scharfen Gebissen Höchstleistungen bringen sollen. Viele sehr junge Reiter möchten ohne Gewalt, Zwang und Einengung auskommen, und deshalb auf das Gebiss verzichten, um ihrem Pferd etwas Gutes zu tun. Und auch bei den Reitern, die längst zum Teenager-Alter raus sind, findet das gebisslose Reiten zumindest als Alternative immer mehr Anklang.</span></p>
<p><span id="more-6426"></span></p>
<h1>Gebissloses Reiten ist im Trend</h1>
<p><em>Autorin: Karin Hufschmid</em></p>
<p><strong>Zu schockierend sind die Bilder aus diversen Reitsport-Disziplinen aller Stufen, wo Pferde mit aufgerissenen oder zugeschnürten Mäulern, Schlaufzügeln und scharfen Gebissen Höchstleistungen bringen sollen. Viele sehr junge Reiter möchten ohne Gewalt, Zwang und Einengung auskommen, und deshalb auf das Gebiss verzichten, um ihrem Pferd etwas Gutes zu tun. Und auch bei den Reitern, die längst zum Teenager-Alter raus sind, findet das gebisslose Reiten zumindest als Alternative immer mehr Anklang.</strong></p>
<p>Doch so gut die Vorsätze auch sind, so falsch kann man das Reiten ohne Gebissstück angehen. Denn auch pfiffige Verkäufer und Marketingspezialisten haben den Trend längst erkannt und verkaufen alles mögliche, mit dem man angeblich ein Pferd reiten – oder zumindest steuern und bremsen – können soll. Aber wie macht man es denn richtig? Wie wählt man den richtigen Zaum, worauf achtet man beim Kauf, und was ist für das Pferd verständlich und sinnvoll? Wie so oft ist die Basis einer guten Entscheidung, sich etwas Wissen anzueignen. Über die Herkunft der Zäumungen, die Wirkungsweise, die Materialen.</p>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Gebissloses Reiten ist nicht neu</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Auch wenn der moderne Trend neuartig und revolutionär daherkommt, ist der Ursprung sehr alt. In ganz vielen Reitkulturen wurde schon vor langer Zeit erkannt, welche Vorteile Kopfstücke ohne Gebisse bringen. Geht man in der Zeit gar richtig weit zurück, so kommt man sogar zu Zäumungen, die verwendet wurden, als Metall noch schwer verfügbar, verarbeitbar oder bezahlbar war, und man sich deshalb möglichst auf Materialien wie Seil, Leder und Rohhaut beschränkte. Es entstanden diverse Kappzaum-Varianten (Wiener, Caveçon, Serreta, Pluvinel, &#8230;.), die klassische Hackamore mit Bosal, und unterschiedliche Reithalfter aus Leder oder Seil. Und selbst als metallene Mundstücke verbreitet waren, wurden die Jungpferde häufig ohne Gebiss geschult und ausgebildet.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/seuring.jpg" title="Seunig"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6405" alt="Seunig" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/seuring.jpg" style="height: 257px; width: 200px;" width="198" height="254" /></a><br />
<em style="padding-bottom: 25px;">Bildquelle: Seunig, &#8222;Von der Koppel bis zur Kapriole&#8220;</em></p>
</div>
</div>
<h2>Die Reitstile</h2>
<p>Bei der Verwendung der gebisslosen Zaumzeuge hat jeweils der Reitstil die Machart geprägt. So spielt es bei deren Auswahl eine grosse Rolle, ob mit losem Zügel über Neckreining und kaum Zügelkontakt geritten wird, oder mit feiner steter Verbindung zur Pferdenase. Ob der Zaum mehrheitlich zur Kontrolle von Richtung und Geschwindigkeit verwendet wird, oder zur Erarbeitung von feinen Manövern, gymnastizierenden Lektionen und Versammlung. Ob eine gebisslose Trense zu Pferd und Reiter passt, hängt also immer auch davon ab, wie Pferd und Reiter ausgebildet sind und sich weiterbilden. Denn jeder Pferdebesitzer ist schlussendlich auch Pferdetrainer.</p>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Die Einwirkung</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Wer sich für einen passenden gebisslosen Zaum entscheidet, sollte sich bewusst sein darüber, wo dieser wirkt. Die hauptsächliche Wirkung ist in aller Regel auf den Nasenrücken (gelb). Hierbei muss besonders darauf geachtet werden, dass das empfindliche dünne Nasenbein (rot) nicht zu viel Druck erfährt, da dort der Schädel besonders empfindlich ist. Viele gebisslose Zäume wirken zudem auf den Kinnbereich (blau) und/oder das Genick (grün). Letzteres vor allem bei Varianten mit Dreh- und Hebelwirkung. Eine Verteilung des Drucks auf mehrere Stellen kann den Vorteil haben, dass nirgends punktuell zu massiv eingewirkt wird, da der Druck verteilt wird.</p>
<p>Gerade bei Dreh- oder Hebelgebissen muss man sich aber bewusst sein, dass schnell sehr viel mehr Gesamtdruck entsteht, als der Reiter dies in der Zügelhand empfindet. Auch ist der gleichzeitige Druck an mehreren Stellen für viele Pferde zu einschränkend und stört sie mehr als bei der feinen Kommunikation hilfreich zu sein.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/anatomie.jpg" title="Anatomie Schädel"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6406" alt="Anatomie Schädel" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/anatomie.jpg" style="height: 262px; width: 200px;" width="350" height="459" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/anatomie.jpg 350w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/anatomie-229x300.jpg 229w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><br />
<em>Bildquelle: &#8222;Horse Anatomy&#8220; App für Smartphone&#8220;</em></p>
</div>
<div class="col-md-12">
<p>Natürlich wird zudem auch auf die ganze Seite des Schädels (vom Maulwinkel bis zur Ganasche) je nach Zaum an verschiedenen Stellen eingewirkt. Sidepulls, Über-Kreuz-Zäume, klassische sowie natural Hackamores und viele mehr wirken auf die Kopfseite, insbesondere bei einem direkten Zügel mit nach innen geführter Hand.</p>
<p>Es liegt in der Verantwortung jedes Reiters, sich bewusst zu sein, wo die gewählte Zäumung wirkt. Daraus ergibt sich, wo breite, weiche Materialien Sinn machen, und wo für mehr Präzision auch dünnere, härtere Materialien zum Einsatz kommen dürfen. Aus ethischen Überlegungen sollte auf dünne, harte und somit scharfe Teile immer da verzichtet werden, wo es nur um Kontrolle geht. Jeder Zaum sollte zur feinen, freundlichen Kommunikation und nur im äussersten, seltenen Notfall zur Kontrolle verwendet werden. Gibt es regelmässig solche Notfälle oder viele Missverständnisse, so muss die Ausbildung des Pferdes generell überdacht werden, anstatt sich schärferer Hilfsmittel zu bedienen.</p>
</div>
</div>
<h2>Die Varianten</h2>
<p>Es gibt überall auf der Erde unzählige Varianten von gebisslosen Zäumungen. Die im deutschsprachigen Gebiet am häufigsten verwendeten sollen hier mit ihren Vor- und Nachteilen beschrieben werden. Um den Eindruck einer Wertung zu unterbinden, werden die Zäumungen in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt. Die Bewertung der Vor- und Nachteile sowie aller neutraler Merkmale kann und muss der Pferdebesitzer selber übernehmen und verantworten.</p>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Klassische oder auch kalifornische Hackamore</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Die klassische oder auch kalifornische Hackamore&nbsp;besteht mindestens aus Bosal (geflochtenes, tropfenförmiges Rohhaut-Nasenstück), Hanger (Kopfstück) und Mecate (Zügel, in der Regel aus Pferdehaar oder auch Seil) und wird in der Reiterwelt oft etwas unpräzise nur Bosal genannt. Sie ist eine sehr alte, vorallem in den USA sehr stark verbreitete Gebisslos-Zäumung, welche heute für die Ranch-Arbeit zu Pferde wie auch für den Reitsport und das Freizeitreiten verwendet wird. <strong>Der grösste Vorteil ist, dass die Pferde vom Anreiten bis zu sehr hohen Lektion sehr fein ausgebildet werden können</strong>. Die Hackamore ist ausserdem unglaublich vielfältig und vielseitig. Je nach Oberfläche, Kern-Flexibiliät, Durchmesser, Gewicht und Balance des Bosals eignet es sich für unzählige verschieden Pferdetypen, Einsatzgebiete und Reitstile. Vom einhändigen Arbeitsreiten über die Ausbildung inkl. Gewöhnung an Gebiss und Kandare bis hin zum zweizügligen gemütlichen Ausritt oder auch Springsport eignet sie sich für fast alles.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/klassische_kalifornische_hackamore.jpg" title="Klassische kalifornische Hackamore"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6407" alt="Klassische kalifornische Hackamore" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/klassische_kalifornische_hackamore.jpg" style="height: 300px; width: 200px;" width="318" height="477" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/klassische_kalifornische_hackamore.jpg 318w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/klassische_kalifornische_hackamore-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 318px) 100vw, 318px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Klassische kalifornische Hackamore&#8220;</em></p>
</div>
<div class="col-md-12">
<p>Doch auch diese Zäumung hat ihre Nachteile. Einerseits ist das langlebige Bosal inklusive Mecate in sinnvoller Qualität nur für mehrere Hundert Euro erhältlich und relativ schwierig als gute Gebrauchtware verfügbar. Die Anpassung des Bosals an die Pferdenase ist so wichtig wie komplex – zumindest für Neulinge. Und so vielseitig die Zäumung auch ist, so spezifisch ist ihre Anwendung. Spezieller Unterricht zum Erlernen des fairen Gebrauchs ist deshalb unerlässlich. Selbst für sehr geübte Reiter ist für eine Umstellung meist mehr als ein Wochenendkurs nötig. Und da die Verbreitung in Europa noch eher mässig ist, ist auch entsprechender guter Unterricht nicht an jeder Ecke zu finden.</p>
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</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Halsseil und Halsring</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Das Halsseil und der Halsring&nbsp;sind nur im weitesten Sinne überhaupt noch Zäumungen, da sie kein Kopfstück enthalten. Die Signalgebung erfolgt über einen steiferen Halsring (gehärtetes Seil, Rohhaut, ummantelter Draht oder Geflecht, Kunststoff) oder eine flexible Halsschleife (Seil, Leder) über den Hals. Der Vorteil ist, dass das Pferd nicht am Kopf manipuliert wird und der Reiter somit grösstenteils über Sitz und Stimme einwirken muss. So kann einerseits dem Pferd maximale Freiheit und Selbständigkeit gewährt werden, und andererseits lernt der Reiter mehr zu spüren und zügelunabhängiger zu reiten. Ein Nachteil ist die mangelnde Einwirkungsmöglichkeit im Noftall, zum Beispiel in einer Schrecksituation oder bei Widersetzlichkeiten und Missverständnissen.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/halsseil_duenn.jpg" title="Halsseil dünn"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6408" alt="Halsseil dünn" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/halsseil_duenn.jpg" style="height: 262px; width: 200px;" width="359" height="470" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/halsseil_duenn.jpg 359w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/halsseil_duenn-229x300.jpg 229w" sizes="(max-width: 359px) 100vw, 359px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Halsseilchen&#8220;</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-8">
<p>Wann und wo mit Halsring geritten wird, sollte deshalb immer gut überlegt und vorbereitet sein. Ohne eine zusätzliche Zäumung als Sicherheitsseil sollte das Reiten mit Halsring nur auf eingezäunten Flächen (Reitplatz, Weide) geübt werden. Ein weiterer Nachteil ist es, dass insbesondere steifere Halsringe erheblich mehr Einwirken können, als der Reiter vermuten mag. Oft wird der Halsring anstatt an der Halsbasis (<strong>möglichst nahe der Brust und Schulter</strong>) viel zu hoch angewendet, in der Halsmitte oder gar fast auf Kehlkopfhöhe. Dort vermag er dem Pferden grosses Unbehagen und auch Schmerzen zuzufügen.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/halsring_seil.jpg" title="Halsring aus gehärtetem Seil"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6409" alt="Halsring aus gehärtetem Seil" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/halsring_seil.jpg" style="height: 304px; width: 200px;" width="269" height="409" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/halsring_seil.jpg 269w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/halsring_seil-197x300.jpg 197w" sizes="(max-width: 269px) 100vw, 269px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Halsring aus gehärtetem Seil&#8220;</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Kappzaum</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Der Kappzaum wird ebenfalls häufig zum Reiten verwendet. Grundsätzlich ist ein Kappzaum mit dem Sidepull oder Lindel gleichzusetzen. Kappzäume mit schweren Eisenteilen erlauben weniger feine Signaldifferenzierungen als zum Beispiel ein Caveçon oder Pluvinel. Ein <strong>Caveçon </strong>besteht meist aus einer ummantelten Metallkette, während ein sogenannt &#8222;schwerer Kappzaum&#8220; aus einem festen, breiten Metallbügel mit bis zu drei Gelenken besteht. Der <strong>Pluvinel </strong>Kappzaum kommt ganz ohne Metall aus. Während die schweren Kappzäume eher eng anliegen müssen, finden bei Caveçon und Pluvinel zwei oder mehr Finger Platz zwischen Nasenriemen und Pferdenase.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/cavecon.jpg" title="Seunig"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6410" alt="Kappzaum" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/cavecon.jpg" style="height: 268px; width: 200px;" width="268" height="359" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/cavecon.jpg 268w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/cavecon-224x300.jpg 224w" sizes="(max-width: 268px) 100vw, 268px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Caveçon&#8220;</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-8">
<p>Ein Nachteil der<strong> schweren Kappzäume</strong> ist, dass die Nasenteile für das Reiten oft knapp oder gar zu kurz sind. Es muss deshalb beim Kauf gut darauf geachtet werden, dass die Backenstücke nicht am Jochbein scheuern oder zu nah am Auge zu liegen kommen. Ein Vorteil gegenüber Sidepulls ist die Doppelfunktion. Man kann zwischen Bodenarbeit und Reiten wechseln, ohne die Zäumung wechseln zu müssen. Dies ist nicht nur praktisch, sondern vor allem für Pferd und Mensch sehr einfach: Neue Lektionen und Verfeinerungen können vom Boden vorbereitet und erarbeitet werden, und danach ohne unnötige Veränderung der Ausrüstung und somit Einwirkung unter dem Sattel weitergeführt werden.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/7_schwerer_Kappzaum.jpg" title="Schwerer Kappzaum"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6411" alt="Schwerer Kappzaum" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/7_schwerer_Kappzaum.jpg" style="height: 203px; width: 200px;" width="155" height="157" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/7_schwerer_Kappzaum.jpg 155w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/7_schwerer_Kappzaum-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 155px) 100vw, 155px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: schwerer Kappzaum&#8220;</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Knotenhalfter</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Das Knotenhalfter&nbsp;wird nicht selten auch zum Zaum umfunktioniert. Dazu werden Zügel entweder mittig unter dem Kinn oder seitlich (zum Teil mit speziellen Ringen) eingehakt. Der Vorteil dieser Zäumung ist, dass sie aus einem Knotenhalfter schnell und billig gebastelt werden kann und so kein zusätzliches Geld für einen Zaum aufgebracht werden muss. Ausserdem ist sehr direkte und somit scharfe Einwirkung möglich, was sehr viel Kontrolle über das Pferd erlaubt. Der Nachteil ist, dass die wenigsten Reiter die Balance, Erfahrung und das Feingefühl dazu haben, um selbst mit einem hochwertigen Knotenhalfter fein einzuwirken. So wird solche eine Zaumkonstruktion häufig <strong>übermässig scharf, wirkt aber für den Reiter trügerisch fein</strong>.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/8_Knotenhalfter.jpg" title="Knotenhalfter"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6412" alt="Knotenhalfter" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/8_Knotenhalfter.jpg" style="height: 241px; width: 200px;" width="368" height="443" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/8_Knotenhalfter.jpg 368w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/8_Knotenhalfter-249x300.jpg 249w" sizes="(max-width: 368px) 100vw, 368px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Knotenhalfter mit eingehängten Zügeln&#8220;</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-8">
<p>Jedem nicht ausserordentlich fortgeschrittenen Reiter empfiehlt sich deshalb eher die Verwendung einer korrekten Natural Hackamore, mit welcher viel differenzierter und feiner gearbeitet werden kann (siehe separate Beschreibung). Dasselbe gilt auch für das <strong>Rai-Bändele,</strong> auch wenn es in Stärke und Steifheit etwas anders gestaltet ist, als das Knotenhalfter.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/rai_baendele.jpg" title="Rai Bändele"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6413" alt="Rai Bändele" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/rai_baendele.jpg" style="height: 302px; width: 200px;" width="306" height="462" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/rai_baendele.jpg 306w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/rai_baendele-199x300.jpg 199w" sizes="(max-width: 306px) 100vw, 306px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Das Rai Bändele</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Kolumbianische Bosal</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Das Kolumbianische Bosal&nbsp;hat mit dem Bosal der kalifornischen Hackamore nichts zu tun. Es ist im weitesten Sinne ein Sidepull mit zwei Zügelpaaren. Eines eher hoch an der Pferdenase für Stellung und Biegung, eines Richtung Kinn für Versammlung und Beizäumung. Das Nasenteil kann unterschiedlich geformt sein und aus unterschiedlichen Materialien. Mit breiterem Lederteil ist es quasi ein verfeinertes Sidepull. Der Vorteil lieg in den unzähligen differenzierten Zügelsignalen, die so möglich sind. Der Nachteil ist lediglich, dass meist nur erfahrene Reiter so differenziert einwirken können, und aufgrund der eher geringen Verbreitung auch entsprechender Unterricht nur schwer zu finden ist.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/10_Kolumbianisches_Bosal.jpg" title="Kolumbianisches Bosal"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6414" alt="Kolumbianisches Bosal" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/10_Kolumbianisches_Bosal.jpg" style="height: 285px; width: 200px;" width="319" height="455" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/10_Kolumbianisches_Bosal.jpg 319w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/10_Kolumbianisches_Bosal-210x300.jpg 210w" sizes="(max-width: 319px) 100vw, 319px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">&#8222;Im Bild: Kolumbianisches Bosal&#8220;</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Mechanische Hackamore</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Die Mechanische Hackamore heisst auch <strong>Aussenkandare </strong>und bezeichnet jede gebisslose Zäumung mit Helbelwirkung auf Nase, Kinn und Genick. Leider wird sie oft einfach nur Hackamore genannt, was aber schlicht falsch ist, da die klassische Hackamore über ein Bosal funktioniert und mit der mechanischen Hackamore rein gar nichts gemein hat. Bei der Aussenkandare können Ober- und Unterbaum ganz unterschiedlich sein in Länge, Längenverhältnis, Form und Gestaltung, was auch die Wirkung gemäss den physikalischen Hebelgesetzen verändert. Es gibt sie sowohl kombiniert mit Kappzäumen als auch Gebissen (mit Doppelzügeln), und dabei mit und ohne Verbindung zwischen den Unterbäumen. Am Kinn wird sie mit Kette oder Lederriemen verschnallt, und auch die Nasenriemen gibt es in unterschiedlicher Ausführung. Am verbreitetsten sind eher weiche, breite Ledernasenteile.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/mechanische_hackamore.jpg" title="Mechanische Hackamore"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6415" alt="Mechanische Hackamore" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/mechanische_hackamore.jpg" style="height: 254px; width: 200px;" width="311" height="395" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/mechanische_hackamore.jpg 311w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/mechanische_hackamore-236x300.jpg 236w" sizes="(max-width: 311px) 100vw, 311px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Aussenkandare oder Mechanische Hackamore&#8220;</em></p>
</div>
<div class="col-md-12">
<p>Ein Spezialfall ist das <strong>Cavemore</strong>, wo eine mechanische Hackamore mit einm Caveçon kombiniert vierzüglig geritten wird. Der Vorteil der Aussenkandare ist die massive Kontrolle, welche auf das Pferd ausgeführt werden kann. In erfahrenen Händen können damit „gebiss-saure“ und of traumatisierte Pferde auch ohne Gebissstück kontrolliert werden. Der grösste Nachteil ist es, das die enorme Kraftentfaltung auf Pferdenase, Kinn und Genick sowie der unkoordinierte Verteilung oft unterschätzt oder schlicht ignoriert oder nicht erkannt werden. Ungleiche oder einseitige Zügelführung ergibt dabei genauso wenig sinnvolle Signale wie die seitliche direkte Zügelführung nach innen, welche sogar zu schmerzhaftem Abkippen der Metallteile führen kann. Doch auch einhändig geführt macht die Mechanische Hackamore ausser zur Kontrolle wenig Sinn. Bei einer normalen Kandare mit Stangengebiss spürt das Pferd schon bei durchhängendem Zügel die Lage der Stange und kann sich so stets selber ausbalancieren, damit die Stange waagerecht und locker im Maul liegt. Doch ohne Gebissstück ist diese Wirkung nicht gegeben, es bleibt das pure Kontrollinstrument. Auch nette Bezeichnungen wie Minni-Hackamore, Baby-Hackamore, Barock-Hackamore oder Semi-Hackamore ändert daran nichts. Und insbesondere mit harten, dünnen Nasenstücken wie Metallbügeln, Rohhaut oder Seilen ist die Aussenkandare ein Werkzeug, <strong>deren Verwendung aus ethischer Sicht als sehr fraglich bezeichnet werden darf.</strong></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Natural Hackamore</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Die Natural Hackamore&nbsp;wird im deutschen Sprachgebrauch auch Reit-Knotenhalfter (Reitknoti), Häcki oder Schnur-Zaum genannt und fand vor allem durch Parelli und andere Natural Horsemanship Lehren in Europa Verbreitung. Sie ist eine aus der klassischen Hackamore abgeleitete Einsteigerzäumung, die einerseits eine sehr differenzierte und gefühlvolle Einwirkung ermöglicht, dem Reiter andererseits auch ein effektives Kontrollinstrument in die Hände gibt. Die Zügel werden bei der Natural Hackamore unter dem Kinn des Pferdes mittels eines schweren Knotens befestigt. Aus diesem Grund <strong>hat eine Natural Hackamore auch andere Abmessungen als ein Knotenhalfter </strong>und sollte deshalb nicht einfach aus einem solchen selbst gebastelt werden. Die Signale werden bei der Natural Hackamore über das Verschieben des Knotengewichtes an die Pferdenase und das Genick übermittelt.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/natural_hackamore.jpg" title="Natural Hackamore"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6416" alt="Natural Hackamore" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/natural_hackamore.jpg" style="height: 193px; width: 200px;" width="300" height="289" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Natural Hackamore&#8220;</em></p>
</div>
<div class="col-md-12">
<p>Zusammengefasst bedeutet dies: zeigt der Knoten etwas nach links oder rechts, soll das Pferd auch den Kopf nach links oder rechts drehen und je nach Sitzeinwirkung auch in diese Richtung abbiegen. Knoten nach hinten (Richtung Hals) bedeutet je nach Sitzhilfe eine Verlangsamung bis zu einer tieferen Gangart oder mehr Aufrichtung und Lastaufnahme der Hinterhand. Zeigt das Pferd die gewünschte Reaktion, werden die Zügel stets wieder hingegeben.</p>
<p><strong>Vorteile:</strong> Selbst wenn der Reiter in einer Notsituation die Zügel als Kontrollinstrument braucht, hat das Pferd immer eine „<strong>Vorwarnung</strong>“. Vor der direkten Kraftübertragung auf die Pferdenase muss sich immer erst der Knoten etwas bewegen. Dies erlaubt dem Pferd stets, schon früh auf das feine Signal zu reagieren, es wird nicht mit deutlicherer Einwirkung „überfallen“. Die Natural Hackamore erlaubt zudem eine für das Pferd sehr einfach verständliche Überführung des am Boden am Knotenhalfter Gelernten auf das Reiten. Sehr geübten, ausbalancierten und feinfühligen Reitern erlaubt es sogar das Reiten mit permanentem feinem Zügelkontakt. Dies ist aber wirklich nur für sehr fortgeschrittene Reiter zu empfehlen. Der grösste <strong>Nachteil </strong>der Zäumung ist sicherlich die mögliche Schärfe der Einwirkung. Dem Reiter wird ein Werkzeug in die Hand gegeben, mit welchem das Pferd leicht zu kontrollieren ist, welches dabei aber auch beträchtlichen Schmerz zufügen kann. Ausserdem verführt die scheinbar simple Machart leider sehr oft zum Kauf von minderwertiger Ware. Etwas Seil und die korrekten Knoten machen noch lange keine Natural Hackamore.</p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-8">
<p>Eine brauchbare Natural Hackamore besteht aus&nbsp;hochwertigem, ca. 6mm durchmessenden Seil (auf der Nase und im Genick doppelt geführt), guten und korrekt geknoteten Seilzügeln und genau passenden Abmessungen passend zur Grösse des Pferdekopfes. Jegliche zusätzliche Knoten (insbesondere auf dem Nasenstück), Perlen, Umwickelungen, Lederlaschen, Metallösen, Schnallen und anderer störender Zierrat verfälscht die Wirkung und macht die korrekte Einwirkung oft unmöglich. Wichtig ist bei der Natural Hackamore (wie auch beim Knotenhalfter für die Bodenarbeit) der korrekt geknotete Verschluss (siehe Bild). Er sorgt einerseits dafür, dass der Knoten sich während der Arbeit weder lösen (und der Zaum sich somit öffnen), noch so sehr zuziehen kann, dass man ihn nicht einfach wieder öffnen kann. Ausserdem unterbricht ein falscher Knoten die durchgehende Signalwirkung ans Genickstück, was insbesondere bei feinen Impulsen ein spürbarer Nachteil sein kann.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/richtig_knoten.jpg" title="Richtig verknotetes Hackamore"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6417" alt="Richtig verknotetes Hackamore" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/richtig_knoten.jpg" style="height: 159px; width: 200px;" width="340" height="271" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/richtig_knoten.jpg 340w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/richtig_knoten-300x239.jpg 300w" sizes="(max-width: 340px) 100vw, 340px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: korrekte Verknotung beim Natural Hackamore / Quelle: halterlady.com/faqs.htm Website</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Räder-Zäume</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Die Räderzäume<strong>&nbsp;(Glücksrad/LG, Stern, Star, Blume, Flower, RG und Co</strong>) sind links und rechts ins Reithalfter eingeschnallte Räder, meist mit 6 Speichen und 6-8cm Durchmesser. Nasen-, Kinn- und Backenrimen sowie Zügel werden in diese Räder eingeschnallt. Einige der Räder sind mit Hebel für die Zügel erhältlich, wodurch sie zu einer mechanischen Hackamore (Aussenkandare) werden, so dass auch alle Attribute und Vor-/Nachteile der Aussenkandare auf die Hebel-Räder zutreffen. Wird ohne Nutzung von Hebeln das Zügelpaar hinter dem Kinnriemen verschnallt, so wird der Räderzaum zu einer Art Sidepull. Nachteil ist, dass hierbei die Räder keinen Nutzen haben, jedoch stören können. Bei direkter nach innen führender Zügelführung spreizen sich die Räder ab, oder sie drücken oder scheuern. Sie machen ausserdem den Nasen-Kinn-Riemen instabil, so dass das ganze relativ eng verschnallt werden muss, um ein Rutschen zu verhindern.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="/prod/sites/default/files/4myhorse/fachbeitrag//hufschmid/natural_hackamore14_Raederzaum.jpg" title="Räderzaum mit Drehwirkung"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6418" alt="Räderzaum mit Drehwirkung" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/14_Raederzaum.jpg" style="height: 208px; width: 200px;" width="556" height="579" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/14_Raederzaum.jpg 556w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/14_Raederzaum-480x500.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 556px, 100vw" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Räderzaum mit Drehwirkung</em></p>
</div>
<div class="col-md-12">
<p>Häufig rutscht auch der Nasenriemen tiefer als vom Reiter gewünscht, und mit höherer Verschnallung käme das Rad ans Jochbein. Werden die Zügel eine Speiche vor dem Kinnriemen verschnallt, so hat der Zaum eine leichte Drehwirkung (sozusagen die kleinste Form der Hebelwirkung bei Zäumen). Durch das Drehen verteilt sich der Druck auf Nase, Kinn und Genick, ohne jedoch die Kraft insgesamt zu verstärken. Dies kann in speziellen Fällen ein Vorteil sein, wenn ein Pferd so viel negative Erfahrung mit Druck auf die Nase gemacht hat, dass es überreagiert oder sehr stumpf ist. Nachteilig ist wie bei der Hebelwirkung, dass es kaum möglich ist, mit beiden Händen exakt dieselbe Signalstärke zu erreichen, wodurch der Druck auf den ganzen Kopf unregelmässig verteilt wird und zum Verwerfen verführt. Streng genommen ist deshalb nur eine einhändige Zügelführung sinnvoll. Und auch bei dieser Verschnallung kommt es nicht selten zu einem Abkippen der Räder, einem Verrutschen, sofern nicht eng verschnallt, oder zu Reibungen am Jochbein.</p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-12">
<h2>Begriff Sidepull</h2>
</div>
<div class="col-md-8">
<p>Der Begriff Sidepull bezeichnet streng genommen jegliche Zäumung ohne Gebiss, welche für eine seitliche Einwirkung gedacht ist. Das Sidepull in zig Unterarten ist vermutlich die am weitesten verbreitete Gebisslos-Zäumung. Das klassische Sidepull kommt aus der Westernreitweise und hat ein Nasenstück aus gehärtetem Seil oder geflochtener Rohhaut. Damit das steife und relativ locker verschnallte Nasenstück nicht nach vorne-unten kippt, gabeln sich die Backenstücke meist in der typischen Y-Form.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/western_sidepull.jpg" title="Western Sidepull"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6419" alt="Western Sidepull" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/western_sidepull.jpg" style="height: 241px; width: 200px;" width="298" height="422" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/western_sidepull.jpg 298w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/western_sidepull-212x300.jpg 212w" sizes="(max-width: 298px) 100vw, 298px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Western-Sidepull mit rundem Leder</em></p>
</div>
</div>
<div class="row fmh-artikelblock">
<div class="col-md-8">
<p>Ein Vorteil der Zäumung ist es, dass sie gut zweihändig wie auch einhändig und mit sehr leichten Signalen geritten werden kann. Der Nachteil ist, dass sie nur für geübte Reiter und die impulsweisen Reitarten geeignet ist. Das Reiten in Anlehnung ist damit ethisch fragwürdig.</p>
</div>
<div class="col-md-4">
<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="/prod/sites/default/files/4myhorse/fachbeitrag/hufschmid/hufschmid/western_sidepull_rope.jpg" title="Western Sidepull Rope"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6420" alt="Western Sidepull Rope" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/western_sidepull_rope.jpg" style="height: 283px; width: 200px;" width="296" height="356" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/western_sidepull_rope.jpg 296w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/western_sidepull_rope-249x300.jpg 249w" sizes="(max-width: 296px) 100vw, 296px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Western Sidepull mit ummanteltem Rope, etwas zu tief verschnallt</em></p>
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<h2>Lindel oder lindel-artige Sidepull</h2>
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<p>ist die weichere, feinere Variante und nach <strong>Linda Tellington-Jones</strong> benannt. Anstelle eines harten Nasenstückes wirkt es über einen flachen und/oder gepolsterten und möglichst weichen Nasenriemen. Der Vorteil ist, dass damit ein gebissloses Reiten mit steter Zügelverbindung (aufgenommenen Zügeln), wie in vielen europäischen Reitweisen verbreitet, auch für durchschnittliche Reiter und sogar Anfänger möglich ist. Es ist fast unmöglich, dem Pferd grosse Schmerzen damit zuzufügen, und dennoch erlaubt der Zaum eine klare Einwirkung und auch Anlehnung und Beizäumung. Ein Nachteil ist die begrenzte Feinheit der Signale, vor allem bei sehr weichen und gepolsterten Nasenteilen, die wenig Differenzierung zulassen. Damit das Nasenteil nicht verrutscht, wird es auch häufig sehr eng verschnallt.</p>
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<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/barock_sidepull.jpg" title="Barock Sidepull"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6421" alt="Barock Sidepull" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/barock_sidepull.jpg" style="height: 226px; width: 200px;" width="378" height="428" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/barock_sidepull.jpg 378w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/barock_sidepull-265x300.jpg 265w" sizes="(max-width: 378px) 100vw, 378px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Barock-Sidepull in Lindel-Art</em></p>
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<p>Dies kann aber verhindert werden, wenn man ein Lindel verwendet, dessen Nasenstück in einem einzigen Band rund um Nase und Kinn führt und insbesondere an den Seiten nicht durch Ringe oder Schnallen durchbrochen ist. Zudem kann das Kopfstück durch einen Ganaschen- statt Kehlriemen gesichert werden, so kann es nicht zu nah ans Auge rutschen. Leider sind gute, feine und hochwertige Lindelzäume sehr schlecht erhältlich und bewegen sich preislich meist im dreistelligen Bereich – wie eine normale Lederzäumung für ein Gebissstück auch.</p>
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<p><strong>Eine kleine Warnung am Rande</strong>: Wie bei allen anderen Gebisslos-Zäumungen spielt das Material eine sehr wichtige Rolle. Ein Gebiss-Zaum muss lediglich das Gebiss an Ort und Stelle halten, hat aber (ausser bei Hebelwirkung) kaum Einwirkung. Anders ist das bei gebisslosen Zäumungen, wo der Zaum die Signale direkt übermittelt. Leider schiessen Anbieter von preisgünstigen „Basteleien“ aus kostengünstigen Materialen und Fertigungen geradezu aus dem Boden. Meist aus Biothane oder geflochtenen Seilmaterialien. Von solchen Konstruktionen ist abzuraten, nicht selten sind sie zwar pflegeleicht und günstig, aber auch sehr instabil, oft unpassend und aus viel zu dünnen Riemen. Das Anbrigen von zusätzlichen Polsterungen mindert zwar den Druck, macht feine Signale aber unmöglich. Gerade auch nur verknotete oder genietete Zäume eignen sich bestenfalls für ein hübsches Fotoshooting in der Lieblingsfarbe.</p>
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<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="/prod/sites/default/files/4myhorse/fachbeitrag/hufschmid/hufschmid/sidepull_lindel.jpg" title="Lindel-artiges Sidepull von K. Rohlf"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6422" alt="Lindel-artiges Sidepull von K. Rohlf" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/sidepull_lindel.jpg" style="height: 166px; width: 200px;" width="505" height="420" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/sidepull_lindel.jpg 505w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/sidepull_lindel-480x399.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 505px, 100vw" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Lindel-artiges Sidepull von K. Rohlf</em></p>
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<h2>Stallhalfter</h2>
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<p>Das Stallhalfter ist von der Wirkung her im weitesten Sinne ein Sidepull. Da die wenigsten Stallhalfter jedoch eine genügende Passform und einen geeigneten Nasenriemen aufweisen, sollten sie ausser für gelegentliche Spazierritte nicht als vorwiegend eingesetzte Zäumung verwendet werden.</p>
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<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/stallhalfter.jpg" title="Stallhalfter"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6423" alt="Stallhalfter" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/stallhalfter.jpg" style="height: 214px; width: 200px;" width="309" height="330" srcset="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/stallhalfter.jpg 309w, https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/stallhalfter-281x300.jpg 281w" sizes="(max-width: 309px) 100vw, 309px" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Weiches Stallhalfter am Strick geritten</em></p>
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<h2>Über-Kreuz-Zäumungen</h2>
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<p>Die Über-Kreuz-Zäumungen&nbsp;führen die Zügel unter dem Pferdekopf gekreuzt, entweder um die Ganaschen wie beim Dr. Cook Bitless Bridle, oder um das Kinn. Der Vorteil liegt darin, dass der Pferdekopf nicht in eine Richtung „gezogen“, sondert von der Gegenseite her „geschoben“ wird. Die Nachteile sind der Rundum-Druck um den Pferdekopf, was eine konstante Zügelverbindung unsinnig macht und bei einigen Pferden verständlicherweise zu Widersetzlichkeit führt. Bei einigen Varianten kommt es zudem vor, dass die Zügel über Kreuz nicht gut genug gleiten, so dass ein Nachgeben der Hand nur sehr zeitverzögert ankommt, oder gar nicht.</p>
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<p><a class="fmh-colorbox rechts-bootstrap" href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/cook_bitless_bridle.jpg" title="Cook Bitless Bridle"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6424" alt="Cook Bitless Bridle" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/cook_bitless_bridle.jpg" style="height: 191px; width: 200px;" width="250" height="239" /></a><br />
<em style="line-height: 20.8px;">Im Bild: Cook Bitless Bridle</em></p>
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<h2>Spezialfälle</h2>
<p>Als spezielle Zäumungen seien hier noch einige der Vollständigkeit halber erwähnt.</p>
<p>Das gebisslos verwendbare <strong>Rambo Micklem Multibridle </strong>ist der Versuch, mehrere Zäumungen in einer zu vereinen. Der Vorteil ist sicher die praktische Idee und die tieferen Kosten als für einzelne Zäume. Der Nachteil ist, dass der Nasenriemen unten sehr tief am Genick verläuft und gegen das Verrutschen oft eher eng verschnallt werden muss.</p>
<p>Beim <strong>Vosal</strong> werden die Zügel – wie bei Natural Hackamore und klassischer Hackamore – unter dem Kinn angebracht. Dazu hat es aber eine Art V-förmiges Metallstück unter dem Pferdekinn, welches bei Zügeleinwirkung aufs Kinn wirkt. Auch diese Zäumung ist mit Vorsicht zu geniessen und gehört nur in die Hände von überdurchschnittlich guten Reitern.</p>
<p>Das <strong>Geitner Trainingshalfter</strong> wurde für die Bodenarbeit entworfen, wird von gewissen Reitern aber auch als Zaum verwendet. Gemäss Aussage von Michael Geitner sollte dies nur durch erfahrene Reiter getan werden. In der Wirkung ist es – wie auch jedes Stallhalfter – dem Sidepull am nächsten.</p>
<p>Dasselbe gilt für Zäume, die selber gemacht werden, indem das Reithalfter aus einem normalen Trensenzaum gelöst und mit Zügeln versehen wird.</p>
<p>Neben all diesen unzähligen Zaum-Möglichkeiten darf aber nicht vergessen werden, dass zwar gute Reiterei durch schlechte oder ungeeignete Ausrüstung zunichte gemacht werden kann, jedoch auch die beste Ausrüstung nie ein fehlendes Gefühl oder geringe Erfahrung wettmachen kann. Dazu braucht es jahrelangen guten Unterricht, viel Arbeit an sich selbst und noch mehr Verständnis für das Wesen des Pferdes.</p>
<hr />
<h2>Weiterführende Lektüre auf 4my.horse</h2>
<h3><a href="https://www.4my.horse/fachbeitrag/gebisslose-zaeumung-das-fuer-und-wider" target="_blank" rel="noopener">Gebisslose Zäumung</a>&nbsp;&#8211;&nbsp;Das Für und Wider</h3>
<p>Autorin:&nbsp;<em>Nicole Audrit,&nbsp;<a href="https://www.mein-pferd.de/">mein-pferd</a></em></p>
<p><a href="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/gebisslos_gluecklich.jpg" title="BESCHREIBUNG"><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-6425" alt="Gebisslose Zäumungen werden von einigen Pferden bevorzugt" src="https://passion.4my.horse/wp-content/uploads/2022/02/gebisslos_gluecklich.jpg" style="width:800px;height:437px;" width="1298" height="709" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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