Der SHP und der SVPS sind von den BehÜrden, die bis jetzt nicht gehandelt haben, zutiefst enttäuscht. Denn der Bundesrat setzt das Tierwohl und somit die Existenz vieler Reitbetriebe bewusst auf das Spiel.
Alarm in Reitbetrieben â es droht der Kollaps
Autor: Charles Trolliet, Präsident des SVPS
COVID-19: Pferde werden zu Kollateralopfern
Seit dem 13. März 2020 dĂźrfen Reitschulen keinen Unterricht mehr erteilen â so will es die COVID-19-Verordnung 2. Dieses Verbot hat nicht nur fĂźr die Betreiber dieser Reitschulen schwerwiegende Folgen, sondern auch fĂźr die Schulpferde. Nun schlägt der Berufsverband der Pferdebranche SWISS Horse Professionals (SHP) Alarm: Werden nicht sofort Massnahmen ergriffen, droht das Aus dieser Reitschulen, und die Schulpferde erwartet eine ungewisse Zukunft. Der SHP fordert den Bundesrat daher auf, die vom Berufsverband in den vergangenen Wochen formulierten konkreten Vorschläge umgehend zu berĂźcksichtigen. Den GrundbedĂźrfnissen der Tiere kann man unter diesen Umständen immer weniger gerecht werden.
Kurzarbeit nicht mĂśglich
Es gibt in der Schweiz verschiedene Arten von Reitschulen: von der klassischen Kinderreitschule bis hin zu Betrieben, die pädagogisches oder therapeutisches Reiten mit Pferden oder Ponys anbieten. FĂźr all diese Betriebe sind die EinkĂźnfte aus der Unterrichtstätigkeit Ăźberlebenswichtig â eine Tätigkeit, die aufgrund der COVID-19-Bekämpfungsmassnahmen nun verboten ist. Das ist natĂźrlich eine finanzielle Belastung. Doch das Problem geht noch viel weiter: Unabhängig davon, ob sie im Unterricht eingesetzt werden oder nicht, mĂźssen die Pferde und Ponys gepflegt, gefĂźttert und bewegt werden. Das sind keine Maschinen, die man einfach abschalten kann. So häufen sich die laufenden Kosten, und auch die Arbeit der Angestellten wird nicht weniger â ganz im Gegenteil â, sodass auch keine Kurzarbeit angemeldet werden kann.
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Seit Beginn der Krise hat sich der Berufsverband SWISS Horse Professionals (SHP), unterstĂźtzt vom Schweizerischen Verband fĂźr Pferdesport (SVPS), wiederholt an den Bundesrat gewandt, um ihn auf diese besondere Situation aufmerksam zu machen. Zunächst beantragte er eine Finanzhilfe zur teilweisen Deckung der Unterhaltskosten der Schulpferde. Anschliessend forderte er, dass unter gewissen Voraussetzungen ab dem 27. April wieder Reitunterricht erteilt werden darf â denn die vorgeschriebenen Hygienemassnahmen kĂśnnen hier problemlos eingehalten werden. Mit jedem Tag ohne Ertrag wird die Luft fĂźr Stallbesitzer und deren Tiere immer dĂźnner.
Wir fordern sofortiges Handeln!
Der SHP und der SVPS sind von den BehĂśrden, die bis jetzt nicht gehandelt haben, zutiefst enttäuscht. Der Bundesrat setzt das Tierwohl und somit die Existenz vieler Reitbetriebe bewusst auf das Spiel. Die beiden Verbände, deren Anträge bis heute unbeantwortet blieben, befĂźrchten nun, dass zahlreiche Betriebe schon sehr bald nicht mehr in der Lage sein werden, die Pflege und FĂźtterung ihrer Schulpferde sicherzustellen und gezwungen sein werden, sich von den Tieren zu trennen. Ob die Reitschulen, die eine so wichtige Rolle spielen fĂźr die Beziehung zwischen Mensch und Pferd, Ăźberhaupt eine Zukunft haben, ist derzeit ungewiss â mit entsprechenden Folgen fĂźr die Zukunft des Freizeit- und Wettkampfsports.
Der SHP und der SVPS fordern daher sofortiges Handeln! Die Branche ist bereit, ihren Teil der Verantwortung zu Ăźbernehmen, damit die vom Bund vorgeschriebenen Sicherheitsmassnahmen eingehalten werden. Die Zukunft des Pferdesports in der Schweiz steht auf dem Spiel!
Kontakt:
Martin Richner, Präsident SHP, +41 79 330 56 65, martin.richner@starhorse.ch
BenoĂŽt Johner, +41 79 514 29 27, benoit@manege-chalet-a-gobet.ch
Leere Reithallen – leere Kassen. Viele Reitbetriebe stehen wegen Covid-19 vor dem Aus
Bild von Heidi Alvarado auf Pixabay
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